Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Channa, Parachanna

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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von ExMitglied » 12.07.2016 05:35

Hallo Leute,
ein kleines update mit einer neu gewonnenen und einigen eigentlich schon alt hergebrachten Erkenntnissen bei der Pflege meiner P.africana:
Ich schrieb ja schon des öfteren, dass die Tiere Dendrobena mögen und am Anfang konnten die Würmer nicht gross genug sein. In den letzten 2-3 Wochen habe ich wieder vermehrt Rotwürmer verfüttert (weil meist nach der Salamanderfütterung viel davon übrig bleibt) und festgestellt, dass die Parachanna gar nicht mehr so darauf "abfahren" - grosse Würmer werden sogar teilweise komplett ignoriert und nur "maulgerechte" Exemplare gefressen, dann aber auch nur 2-3 pro Fisch! Nach wie vor ist derzeit der (oben schon beschriebene) Trockenfuttermix und gefrostete Grammarus/grobes Krill bevorzugt - ab und zu auch mal Fliegen, Schaben und (eher selten) Mehlwürmer.
Diese Verhaltensumstellung zeigt mir vor allem, wie wichtig es sein kann, speziell Parachanna an eine breite Futterpalette zu gewöhnen und diese Vielfalt auch beizubehalten.


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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von ExMitglied » 20.09.2016 20:44

Hallo Gemeinde,
ich richte mich mal speziell an die Halter der Art Parachanna africana, weil man zum Einen relativ wenige, zusammenhängende Berichte über diese Art zur Verfügung hat und zum Zweiten ich ja auch 4 dieser Fische halte seit Dezember 2015 (s.o.). So langsam werden die geschlechtsreif mit ca. 20-22 cm, was sich in nunmehr zunehmenden Aggressionen untereinander äußert. Ich habe ja schon weiter oben die bis jetzt noch bestehende Gesellschaft in diesem Becken beschrieben (3 Buschfische, 4 Polypterien, 4 P.africana und einige Saugmäuler), - ich denke aber, ich werde in dieser Woche mal ein Ausweichbecken vorbereiten, weil es wohl langsam mit der Harmonie vorbei zu gehen scheint.

Da es ja im letzten Jahr eine ganz schöne Schwämme dieser Art gab, muss es ja auch etwa gleiche Erfahrungen geben und daher meine Fragen an Euch:
- konnten Ihr bei Euren Tieren bis jetzt ähnliche Erfahrungen machen?
- wann haben bei Euch die Aggressionen zugenommen und wie seid Ihr dem begegnet?
- haben sich bei Euch schon Paare gebildet?
- ist eine Trennung von einer solchen Gruppe sinnreich oder hilft vielleicht eine Beckenneugestaltung eher (naja... ;) !)
- wie ist das Verhalten der Art nach der Geschlechtsreife (davor sind sie ja ziemlich friedlich)?


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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von ExMitglied » 15.01.2017 22:13

Hallo,
mal wieder ein kleines update (nachdem sich tatsächlich nicht ein P.africana Halter gemeldet hat - schade!):
Es sind jetzt im Becken mit ziemlicn vielen Holzverstecken und reichlicher Bepflanzung noch 3 der ursprünglichen 4 Tiere. Ich denke, es handelt sich um 1 Männchen und 2 Weibchen und es geht ziemlich gut und harmonisch, wenngleich auch ohne Paarungsalüren - naja, nichts ist perfekt! Die Parachanna ( und natürlich auch die Mitinsassen) schwimmen bei etwa 24°C und bekommen alle 2 Tage Futter, meist frisch aufgegaute Grillen, Heimchen, Schaben und Shrimps. Die Parachanna haben alle 3 etwa eine Länge von 23 -24 cm. An Trockenfutter gehen sie jetzt leider überhaupt nicht mehr, was zwangsläufig zu langen Hungerkuren im Urlaub führen wird. Vielleicht wirds dann aber wieder...?
Hier noch ein kleines, aktuelles Video der Tiere:
https://www.youtube.com/watch?v=K2GV94a_s2I

Schönen Abend!

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flothun
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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von flothun » 19.01.2017 10:31

Wie erkennst du die Geschlechter? Was ist mit dem 4ten africana passiert?

Echt toller und umfangreicher Thread :-BD

Ich werde (hoffentlich) auch bald africanas haben und bin sehr froh jemanden gefunden zu haben der sich intensiv mit den Fischen beschäftigt!


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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von ExMitglied » 19.01.2017 12:28

Hallo Florian,
die Geschlechter zu unterscheiden ist eigentlich nicht allzu schwer, sofern beide Geschlechter in einer Gruppe vorhanden sind (im direkten Vergleich geht das einfach besser). Prinzipiell sind Männchen schlanker und etwas zierlicher als die Weibchen. Ausserdem haben sie, je älter desto deutlicher sieht man das, höhere unpaarige Flossen und sind meist dunkler gefärbt mit leichtem Blaustich vor allem in der Rückenflosse. Ab etwa 20 cm Körperlänge ist auch die Schwanzflosse deutlich grösser. Das Kopfprofil in der Draufsicht ist schmaler als bei Weibchen.
Der 4te der Gruppe war ein dominantes Weibchen, welches sich ab etwa 20 cm ständig (so alle 4-6 Wochen) mit meinem Männchen gestritten hat. Ich habe es erst mehrere Wochen einzeln gehalten (in Gesellschaft von den ebenfalls ausquartierten Leopardbuschfischen) und dann durch Zufall an einen Channaholiker abgeben können.
Ich denke, bei der momentanen Grösse der Fische und der aktuellen Beckeneinrichtung und -grösse sollte diese 3er Gruppe so erst einmal funktionieren (klopf auf Holz...!)

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flothun
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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von flothun » 20.01.2017 16:10

Sehr interessant Karsten, bin gespannt auf meine, am Mo kann ich mir 4 Exemplare abholen :-)

Meinst du es macht Sinn sie mit Beifischen zu halten? Vielleicht nimmt Ihnen das schneller die Scheu? Oder gleich von Anfang an Artbecken? Deine großen Saugwelse, die Leos und so ein Heteropneustes(hatte ich früher mal, waren sehr interessante Welse!) ist schon ein toller Besatz. Wenn ich aber in 1 - 2 Jahren dann wieder alle Beifische ausquartieren muss...
Habe derzeit nur das 150cm Becken und ein 100x30 Becken für Babies(abgesehen von Kleinzeugs).

Zu den Wasserwerten, wir haben hier pH 7,6 und KH 15. Zur Haltung ist das wohl wurscht, aber was empfiehlst du zur Vermehrung?
Am Montag oder Dienstag gibts dann ein Update!


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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von ExMitglied » 21.01.2017 07:35

Hi Florian,
Auf Beifische von vornherein zu verzichten kann gut sein (vor allem wenn die Parachanna schon größer sind), aber auch vielleicht nicht. Du hast Recht, die Parachanna werden am Anfang wahrscheinlich wirklich sehr scheu sein und vielleicht helfen da Beifische wirklich etwas...? Sollte sich tatsächlich ein Paar bilden, ist es für die Beifische dann aber eher schlecht.
Hier ist mal ein link von 2013, Pascal Antler über diverse Arten - würde ich dir sehr empfehlen:
https://www.monsterfishkeepers.com/foru ... ns.124841/

Du siehst, selbst echte Spezialisten haben bei der Art ihre Probleme; obwohl es auch schon deutsche Nachzuchten gab (ich meine damit, man kann auf Nachzucht vorbereitet sein, sollte diese aber nicht zwangsweise erwarten!).

Ich selber kann gut mit meiner jetzigen Situation leben, auch ohne Jungfische :D .

Ich finde übrigens deine Wasserwerte nicht allzu passend, zumindest für Nachzuchtambitionen. In den sauren Bereich bekommt man es sicher gut, aber mit 15°KH würde es wohl eher schwierig werden - viel Holz (Moorkien) würde ich dir empfehlen (bei mir kommt das Wasser mit 1,5°KH aus der Leitung und ich härte i.d.R. auf etwa 2,5 °KH auf, weil das den Pflanzen besser bekommt)!
Allgemein sollte das Becken eher sehr dunkel und extrem versteckreich sein, zumindest in der Eingewöhnungsphase - schau auch mal in dem link bei Channa bankanensis nach, als Richtwert.

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flothun
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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von flothun » 22.01.2017 12:04

Ich werde mal schauen wie groß die africanas schon sind, und dann entscheide ich ob ich ein, zwei Beifische riskieren will. Vielleicht auch kleinere(entbehrliche) Fischchen. Nachzuchten muss ich auch nicht unbedingt haben(ist ja bei den üblicheren Arten auch ein Problem die Unmengen Jungfische loszuwerden), ich möchte mir die Option es zu versuchen aber natürlich offen lassen. PH Wert zu senken soll ja technisch nicht gar so aufwändig sein, und vielleicht bekomme ich bald eine gute gebrauchte Umkehrosmoseanlage...
Bin aber kein Experte für Wasserpanscherei, deswegen wäre ich da seehr vorsichtig.

Das Becken ist auf jeden Fall sehr dunkel und versteckreich, wenn ein Fisch nicht will(auch ein 20cm Channa) sieht man keine Flossenspitze von ihm :-D
Es ist zwar ein Raumteiler, aber auf der Rückseite türmen sich viele Wurzeln bis zur Wasseroberfläche und wir haben dort jetzt auch einen dunklen Vorhang montiert, dass man zuziehen kann. Ich schick mal Fotos wenn die africanas drin sind!

Der Link ist super! Hatte den schon mal gelesen, aber vergessen, echt super Überblick!


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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von ExMitglied » 22.01.2017 21:28

Hallo Florian,
also "Wasserpanscherei" ist etwas anderes - hier würde es ja lediglich darum gehen, ungefähre Bedingungen zur eventuellen Zucht herzustellen.
Übrigens den pH Wert einstellen ist nicht so schwer - mit viel Holz im Wasser und evtl. noch mit Filterung über Erlenzapfen oder Eichenlaub geht das relativ schnell gen Richtung 6,5. Die Wasserhärte ist da schon eine andere Hausnummer; Umkehrosmose ist da vielleicht die einzige, vernünftige Moglichkeit ein akzeptables, "weiches" Wasser herzustellen.
Sehr interessant bei dem link finde ich, dass zumindest ein Fundort der Art eine stark bewachsene Uferböschung eines Waldflüsschens ist - Wurzelwerk und Äste sind also sehr wichtig!

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Re: Vorstellung: Bestandwechsel bei meinen Parachanna sp.

Beitrag von flothun » 24.01.2017 09:49

Hi Karsten,

die 4 africana schwimmen seit gestern nachmittag gemeinsam mit einem jungen Pärchen Chromidotilapia guntheri in meinem Becken. :ymparty:
Einer der africanas hat leider eine leichte Verletzung am Maul und einen komischen Fleck am Kopf, ich hoffe der erholt sich wieder :-?

Die guntheri waren auch recht schnell unterwegs wenn sie sich unbeobachtet gefühlt haben. Ich hoffe sie verleiten die natürlich jetzt noch scheueren africanas schneller zum Fressen.

Habe leider noch keine guten Fotos machen können, aber hier erstmal 2 Fotos vom Becken(hoffe es funktioniert, habe nicht viel Forenerfahrung)
Einmal hab ich den Überwasserteil abgedeckt, wegen dem Gegenlicht. Es wirkt auf Fotos oft etwas heller als es ist. Die großen Wurzeln im Hintergrund sieht man fast gar nicht, weil so große Nixkrautpolster drin schwimmen.Es sind aber sehr viele große Wurzeln drin! Die offene Rückwand ist jetzt mit einem schwarzen Vorhang verdeckt, damit sie sich sicherer fühlen. Sollte also jede Menge Verstecke und Unterstände für die Fische geben :D
Meine Motivation war eigentlich genau so eine wurzelverhangene, verkrautete Uferböschung nachzubilden wie in dem beschrieben africana Biotop.
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Zuletzt geändert von flothun am 24.01.2017 15:08, insgesamt 1-mal geändert.

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