Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Channa, Parachanna

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FloKri
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Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von FloKri » 20.05.2016 14:35

Ich hoffe, ich kann mich mal kurz fassen ...

Man ließt wenig über Channa punctata und wenn man mal was über die Art findet, liest man mehr Fragen als Antworten. "Meine wachsen nicht" und "Meine pflanzen sich nie fort". Nein Karsten, nicht nur Dir geht das so! Natürlich kann ich jetzt auch nicht DAS Rezept präsentieren, aber bei mir hat sich aktuell Nachwuchs eingestellt.

Kurze Vorgeschichte:
Die Tiere stammen vom Aquahaus in Dülmen in dem (zumindest teilweise) das erste Channamania Treffen 2015 stattfand. Die Fische waren Importe aus Indien (tolle Fundortbeschreibung ... :(( ). Ich nahm mir die größten acht mit - zwischen gut sieben und gut neun Zentimeter.
- Aquarium 90 x 60 x 40 cm
- langsam Temperaturerhöhung von 25°C auf 28°C. Den Sommer über Haltung zwischen 28°C und 30 °C (bzw. wärmer, da Becken oben im Regal und warmes Zimmer)
- Aufsalzen des weichen Ausgangswassers (schrittweise 10 EL Meersalz auf knapp 180 Liter)
- bis in den Herbst täglich bis zum Rand mit Futter vollgestopft (Artemia, rote Mückenlarven, Asseln, Regenwürmer, Muscheln, div. Garnelen - hauptsächlich aber Stinte, da es Fischfresser sind). Es passen unglaubliche Mengen in diese Fische rein! Täglich waren die Fische wieder "schlank" geworden.
- Im November Trennung der Gruppe (bei 26 °C); bei ALLEN mindestens Verdoppelung ihre Anfangsgröße (Stand November: zwischen 15 cm und 22 cm).

Ich hatte also nun zwei Vierer-Gruppen bei 22°C bzw. 24°C den Winter über.
- Im Herbst alle drei Tage Futter
- im Winter einmal wöchentlich
- Anfang neues Jahrn noch weniger
Im April gabs für das Becken in dem das jetzige Paar sitzt nur einmal Futter. Und soll ich euch was sagen? Man merkte es den Fischen kein Bisschen an. Das Becken in dem sich trotz Vorhandensein beider Geschlechter nix tat, wurde von mir nicht so kurz in Futter (aber 2 °C kühler) gehalten. Vielleicht war das "viele" Futter ein Fehler - den ich nächstes Frühjahr sicher nicht mehr machen werde.
Im März erhöhte ich von 22°C auf 25°C und von 24°C auf 26°C. Und noch bevor ich die Futterration, oder die Temperatur noch weiter erhöhte entdeckte ich plötzlich am Pfingstwochendende diesen Jahres Larven vor einer Wurzel am Boden und oben in der rechten Ecke an der Frontscheibe :ymparty: . Von den oben befindelichen Larven separierte ich ein paar mittels Pipette (ich dachte erst an 20, aber es waren dann 60 :D ). Sicher ist sicher ... wünscht mir Glück (oder den Fischen :) )
Gruß
Florian

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Re: Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von ExMitglied » 24.05.2016 09:03

Hi Florian,
Danke erst einmal für die Schilderung deiner Erfahrungen mit dieser Variante der "Art" Channa punctata (ich halte es da mittlerweile mit meiner Sichtweise ähnlich wie Klaus - bei diesem Verbreitungsgebiet und mit mindestens 3 fixen Varianten ["normal", green fin, platinum->habe ich eine vergessen?] handelt es sich mit Sicherheit um einige verschiedene (Unter-)Arten)!
Ich wollte mir letztes Jahr bei Tropicwater fast auch schon welche aus Indien zulegen, habe es dann aber gelassen - Indien ist groß und hat auch ausgedehnte subtropische Klimazonen und ich wollte auf jeden Fall tropische Channa für das Wohnzimmer (sind dann meine P.africana geworden :D ).
Interessant finde ich bei deiner Schilderung das Wachstumsverhalten bei dieser Art der Fütterung und den ziemlich hohen Hälterungstemperaturen (> 28°C ist ja schon eine "Dampfzucht", da müssten sich ja wahrscheinlich auch schon die meisten Pflanzen verabschiedet haben, oder?) - ich hätte da erwartet, dass die Fische wachstumsmäßig "abgehen wie Raketen", was ja nun offensichtlich nicht wirklich der Fall war (zumindest im Vergleich mit anderen Arten, z.B. kann Ch.asiatica im ersten Jahr um über 20 cm an KL zunehmen!).
Schön wären auf jeden Fall mal Bilder von deinen Tieren, gern auch bewegte, weil man sich dann die Fische einfach besser vorstellen kann.


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Re: Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von FloKri » 24.05.2016 17:04

Hallo Karsten,
wenn (mindestens) eine Verdoppelung der Länge eingetreten ist - wie bei meinen Tieren - kann man bei Channa punctata denke ich definitiv von einem "Sowasvon-Raketenwachstum" sprechen. Kannst du dir vostellen wie oft in den Foren betont wird, dass sie überhaupt nicht wachsen - max. 12 cm und Schluss. Da bin ich schon stolz auf meine "Kleinen", noch dazu wenn man bedenkt, dass sie nicht 40 cm (wie die Assis) sondern nur gut 20 cm erreichen. Ob sie die 30 cm knacken können werde ich vielleicht dieses Jahr erfahren, denn ich mache so weiter wie letztes Jahr. Aber ich glaube, dass das Hauptwachstum abgeschlossen ist.
Dampfzucht ist auch so ein böses Wort. Da denk ich immer an Leute die sich Aurantis kaufen und in einem Jahr auf 50 cm ranziehen, weil sie zu faul zum Warten sind. Ich denke, dass es für die Punctatas ganz normal ist, dass es mal ein paar Monate wirklich warm ist. Das selbe denke ich gilt auch für die Parachanna, aber da hab ich mich weder ins Thema eigelesen, noch pflege ich selbst eine Art davon.
Jetzt gerade versuche ich die Fütterung mit eingefrohrenen kleinen Artemia. Die nehmen sie an und picken sogar welche vom Boden auf. Puhhh, erst mal aufatmen. Dann kann die Aufzucht ja etwas vereinfacht werden. Ich hab noch ein paar Jungfische mehr separiert. Zu viele können es durch den Kannibalismus eh nicht werden. Das regelt sich dann von ganz allein.
Gruß
Florian

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Re: Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von ExMitglied » 26.05.2016 05:15

Hi Florian,
Gut ... ich wollte natürlich nichts in Abrede stellen (sprich "Raketenwachstum" usw.) und du hast Recht - ich hatte wohl die Größenordnung etwas außer Acht gelassen und daher irgendwie auf ein eher schlechtes Wachstum rückgeschlossen; ist mir beim nochmaligen, genaueren Lesen dann auch aufgefallen!
Nochmal zurück dazu:
Temperaturen deutlich oberhalb 25°C scheinen deiner Meinung nach also wirklich nötig zu sein während eines Großteil der Saison? Wie sieht es da dann eigentlich mit Pflanzenwachstum aus - eher nicht so toll, oder?


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Re: Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von FloKri » 26.05.2016 10:49

Hallo Karsten und ihr Mitleser!

Um alle die hier mitlesen zu beruhigen: Zwei 5- bzw. 6-seitige Artikel für den Makropoden (wers nicht weiß - Vereinszeitschrift der IGL e.V.) sind bereits in der Redaktion. Wer brauchbare Bilder von Channa punctata hat und mir diese für die Berichte "leihen" würde, kann sich gerne bei mir melden - die Viecher sind nämlich sehr misstrauisch einer Kamera gegenüber.
Das mit dem Pflanzenwachstum war kein Problem. Allerdings wächst bei mir nur "hartes Zeug". Bei den Punctatas waren es Nixkraut und Javafarn. Die wachsen überall und das Nixkraut explodierte förmlich bei der starken Fütterung der Tiere. Im Winter brach der Nixkraut-Bestand zwecks Nahrungsentzug komlett zusammen, weshalb ich jetzt hauptsächlich Riesenvallisnerien in den Punctata-Becken habe. Im Zuchtbecken gedeihen sie bei 26 °C noch (?) gut, während sie im anderen Becken stagnieren und beginnen zusammenzubrechen (bei 27 °C). Ob das nur an den Temperaturen liegt, kann ich aber nich sicher sagen. Die Vallisnerien sind aber super Pflanzen für die Offenlaicher, weil sie die Wasseroberfläche in lauter kleine Bereiche unterteilen (fragt mal meine Chocolate-bleheri mit Nachwuchs, denen gefallen sie auch!). Die Eier können nicht wegschwimmen und die Blätter bieten den Tieren viel Sicherheit (und den Chocos "Lianen" zum reinhängen - machen sie gerne, oft und lange). Vielleicht währe Sumatrafarn bei den Punctatas eine bessere Wahl - vor allem bei hohen Temperaturen. Ich hab ein paar Pflanzen davon jetzt bei den schlecht wachsenden Vallisnerien mit drin, allerdings musste ich auch hier die Erfahrung machen, dass ganze Bestände über den Winter (wenn man nicht düngt) zusammenbrechen, weil sie schlichtweg bei der sparsamen und seltenen Fütterung der Channa verhungern. Zusätzlich hätte ich Angst, dass die Farn-Blätter die Oberfläche zu sehr abschotten. Laut dem Bericht über C. punctata von C. Kanele im Makropoden 3/4 2004 setzen die vielen umbefruchteten Eier beim Aufplatzen so viel Öl frei, dass die Jungfische an Sauerstoffmangel eingehn können. Kommt dann noch eine dichte Farnabdeckung auf die Oberfläche, weiß ich nicht, ob eine Filterung des Beckens noch genug Sauerstoff durch das dan dicht mit Pflanzenwurzeln durchwachsene Becken befördern könnte, denn eine starke Strömung ist bei Offenlaichern ja wieder kontraproduktiv. Da lassen die Vallisnerien dem Wasser schon mehr Platz zum atmen.
Beide - Sumatrafarn und Vallisnerien - bringen viele Vorteile, aber auch Nachteile. Die Vallisnerien muss ich topfen, da sie starke Nährstoffzehrer sind und beim Herausnehmen aus den Becken machen die laaangen Blätter echt Probleme. Das Sumatrafarn hat sehr brüchige Blätter und braucht viel Platz über der Wasseroberfläche. Ich würde Vallisnerein bevorzugen, aber wenn die nicht mehr wachsen sollten, muss ich mich anderweitig umschaun. Ohne Pflanzen kann ich mir ein Punctata-Becken nicht vorstellen. Dafür sind die Tiere viel zu sicherheitsbedürftig.
Gruß
Florian

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Re: Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von FloKri » 05.06.2016 13:17

Ja, hi. Kurzes, leider unschönes Update:

Die separierten Jungtiere sind mir alle an einer Pilzinfektion gestorben :(( ! Ich bemerkte die Erkrankung zu spät und die im Elternbecken verbliebenen Jungfische, werde ich wohl nicht herausfangen können. Das bedeutet wohl, dass sie die Tage gefressen werden. Ich hoffe, dass das Paar eine weitere Brut startet und ich eine zweite Chance erhalte, Channa punctata nicht nur zur Verpaarung zu bewegen, sondern auch Jungfische großziehen und abgeben zu können.
Gruß
Florian

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Re: Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von ExMitglied » 06.06.2016 05:38

Hi Florian,
das ist wirklich SCHEI... !!! - kann ich gut nachfühlen, weil es mir mit meinen Asiaticas schon zweimal in Folge ähnlich ging (dieses Jahr konnte ich zwar, im Gegensatz zu letztem Jahr, etwa 15 kleine Channa asiatica bis jetzt durchbekommen - aber so ein Verlust ärgert einen maßlos und lässt zumindest mich selbst immer etwas an mir zweifeln).
Vielleicht hast du wirklich Glück und sie versuchen es noch einmal. Ansonsten ist es halt noch ein junges Paar und vielleicht müssen sie noch üben, bis es dann endlich richtig klappt - das wird schon noch! ;)


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Re: Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von FloKri » 06.06.2016 16:09

Hallo Karsten,
da hast du was missverstanden, denn die Eltern pflegen gut und machen ihren Job - soweit ich das beurteilen kann - vorbildlich. Nur ist es eben leider so, dass die separierten Jungfische nicht überlebt haben und das Elternaquarium so zugewuchert und mit Wurzeln voll gepackt ist, dass ich 1. kaum was sehe, 2. mit einem Kescher dranin nicht hantieren kann (die Vallisnerien wachsen bei 26 °C eben doch sehr gut!). und 3. sind die Jungfische auch nicht blöd. Ich möchte das Paar in ein anderes Becken (300 L) umsetzen mit zwei Artgenossen - M und W - aus dem anderen Punctata-Aquarium und die restliche 4er-Gruppe abgeben. Im 300er sitzt aber noch mein Auranti-Männchen. Selbst wenn er schon da währe, wo ich ihn gerne haben möchte, ist es eine riesige Aufgabe gleich drei Aquarien auszuräumen, die Fische zu fangen (die Punctatas sind echt brutal schwer zu erwischen) und alles wieder zu "dekorieren" bevor ich die kleinen Teufel wieder einsetze. Das sind einige Töpfe Vallisnerien und viele Wurzeln die ja wieder richtig drappiert werden wollen, damit die Fische sie auch artspezifisch für sich nutzen können. Dann kann ich das große Becken auch so einrichten, dass ich mehr sehe und ggf. die Kleinen oder Großen leichter heraus bekomme. Aber keine Ahnung, wann ich dafür Zeit finde. Notfalls schöpfe ich wieder einen Schwung Larven ab und versuche ein zweites Mal mein Glück.
Mich ärgert ehrlich gesagt eher der Aufwand der letzten Wochen, welcher fast völlig umsonst war, aber natürlich ist es schade nicht beobachten und berichten zu können wann sich die Kleinen umfärben und wie sich das Verhalten im Laufe der Zeit ändert. Ich hoffe, ich kann euch - bald - diese Informationen noch nachliefern :ymcowboy: !
Gruß
Florian

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Re: Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von ExMitglied » 07.06.2016 05:38

Hi Florian,
FloKri hat geschrieben:da hast du was missverstanden, denn die Eltern pflegen gut und machen ihren Job - soweit ich das beurteilen kann - vorbildlich. Nur ist es eben leider so, dass
... ich meinte ja nicht, dass das auf deine Tiere zutreffen würde, sondern eher so, dass es bei der Channazucht/-haltung immer wieder irgendwelche Probleme gibt, die einem Disaster nahekommen (gerade weil man ja auch Zeit, Geld, Geduld und Mühe investiert!) und diese Erfahrungen beinahe jeden Halter ereilen -> shit happens!

Auf jeden Fall klingt deine geplante Fang- und Umordnungsaktion ziemlich "ambitioniert" und mühsam, aber das ist halt das Los des Channa-Sammlers, oder ;) :D ? (Ich habe übrigens schon öfter die Erfahrung gemacht, dass man solche Notwendigkeiten selbst gestandenen Aquarianern, wenn sie keine Channa-Halter sind, nur schwer so erklären kann, dass wirkliches Verständis da ist.)


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Re: Punctatas Wachstums- und Fortpflanzungsprobleme

Beitrag von FloKri » 07.06.2016 16:01

Gut, dass ich weiß, dass ich da bei euch richtig bin :-BD . Endlich jemand, der mich versteht :D.
Gruß
Florian

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