Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

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Marcus_H
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Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von Marcus_H » 29.07.2016 14:35

Hallo,

so langsam geht mir die Fantasie aus, es ist zum Mäusemelken.

Hatte ja schon bei der alten Einrichtung und dem alten Besatz die Erfahrung gemacht, dass die Fische recht hektisch atmeten obwohl augenscheinlich alles ok ist. Es war auch eindeutig so, dass Welse die aus dem Becken in das bei den Eltern kamen dort ruhiger atmeten, obwohl laut meinem Titriertest bei den Eltern sogar nur 4-5mg/l Sauerstoff im Wasser war, während hier im Becken auch damals immer 5.5 blieben.

Das Becken wurde dann im im Herbst 2015 neu eingerichtet, nachdem es Wochenlang leer gestanden hatte. Im Winter gab's dann nochmal neuen Kies und Pflanzen aber das ist wohl egal. Der Rhombeus den ich ein halbes Jahr drin hatte atmete auch etwas hektisch, aber da fiel es mir nicht so arg auf wie jetzt.

Seit etwa 2 Monaten habe ich jetzt 10 Caribas. Temperatur normalerweise um 25°, bei der Hitzewelle auch mal 26.5. Sauerstoff messbar imme rzwischen 5.5-6.0mg/l, 6.0 wenn am Vortag nicht gefüttert wurde, 5.5 wenn gefüttert wurde.

Hatte es zuerst mit Leitungswasser probiert (Ph 7.8, Leitwert ~470, KH 8-9, 5mg/l Nitrat). Da mir ein bekannter Biologe erklärte, dass vor allem Weichwasserfische in saurerem Wasser besser atmen und meine Caribas ja nunmal Wildfänge sind, hab' ich dann wieder den Vollentsalzer rausgeholt, diesmal aber alles brav vorher in ner Tonne angerührt und gaaanz langsam abgesenkt. (Tatsächlich ist der Ph-Wert bei den Eltern von der Leitung ab niedriger, so bei 6.7 und KH 2)

Das Becken hat jetzt PH ziemlich genau 7.0, würde 7.1 tippen, KH bei 4, Leitwert 260, Nitrat so bei 1-3mg/l, Nitrit nicht nachweisbar. Sauerstoff aktuell wieder 5.5 weil gestern gefüttert. Nachwievor laufen ne 1800er + ne 4000er Strömungspumpe, dazu noch ein 750 liter Powerhead mit Diffusor samt feinen Bläschen.

CO2 liegt rechnerisch beim Leitungs-wie beim gemischten Wasser bei 9.5mg/l, was auch passt, da es ja durch den Diffusor eher ausgetrieben wird. Die Pflanzen wachsen dennoch, es sind aber auch nur anspruchslose Sorten drin, das Becken ist recht dicht bepflanzt.

Es kann also weder zu alkalisch sein, noch zu warm, noch zu wenig bewegt. Sowohl der Anteil an Leitungswasser als auch an VE Wasser ist vorher durch einen Reiser Blockfilter gelaufen.

Gefüttert wurden ausschließlich kleine Makrelen in Lebensmittelqualität, die Fressen die Tiere auch.

Sie verhalten sich aber sonst auch nach Wochen der Eingewöhnung sehr zurückhaltend, tagsüber sitzen sie einzeln in Verstecken, abends kommen sie raus, zanken sich, schießen von Versteck zu Versteck, werden weggebissen usw. Kann natürlich für das Alter normal sein, aber Schwarm sieht anders aus. Auch die Farbe macht mich stutzig, denn an sich sollten Caribas am Bauch eher rot sein, die aber sind gelb wie Pirayas.

Die Atmung gefällt mir aber in jedem Fall gar nicht:

https://www.youtube.com/watch?v=rf7ZKnw ... e=youtu.be

Noch Irgendwer eine Idee? Söchting Oxydator hatte ich ja schon getestet, die haben aber weder am messbaren Sauerstoffgehalt noch ander Atmung je was geändert.


Grüße
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scorp
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Re: Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von scorp » 30.07.2016 03:31

Hallo,

das ist wirklich viel zu schnell. Lass dein Wasser, sowohl Aquarium vor Wasserwechsel, als auch Leitungswasser mal genauestens untersuchen.

Schwermetalle? Chlor? Andere Schadstoffe?

Irgendwas scheint damit nicht zu stimmen.

mfg Thimo


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Marcus_H
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Re: Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von Marcus_H » 30.07.2016 10:22

Das isses ja: Das läuft seit über 2 Wochen durch nen Reiser Blockfilter :(

Hier mal ein Video von Tieren aus dem gleichen Fang, etwas stärker gefüttert und daher größer bei nem Bekannten:

https://www.youtube.com/watch?v=eHPIMqzyQ2k

die Atmung sieht man da wenn eher bei dem Piraya, aber würde ich schon als ruhiger bezeichnen. Vor allem aber sind die satt rot!

Nur was komisch ist: Trotz der hechelei scheuchen die sich im dunkeln ohne sich ständig böse zu verletzen und sie fressen auch normal. Kann das trotzdem ein Infekt sein? Naja zum Glück habe ich hier in Marburg nen Biologen im Kommilitonenkreis der im Labor seine Doktorarbeit macht, der wird's mal untersuchen.

Ansonsten wollte ich mal probieren was passiert, wenn ich mein Quarantänebecken (54Liter) mit Wasser aus der Heimat fülle (komme ich nächstes Wochenende zu) und da einen reinsetze. Wenn der dann bald langsamer atmet und röter wird ist entweder was in der Leitung oder im Becken.
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Re: Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von Klaus de Leuw » 30.07.2016 12:33

Hallo Marcus,
Marcus_H hat geschrieben:Hatte es zuerst mit Leitungswasser probiert (Ph 7.8, Leitwert ~470, KH 8-9, 5mg/l Nitrat). Da mir ein bekannter Biologe erklärte, dass vor allem Weichwasserfische in saurerem Wasser besser atmen und meine Caribas ja nunmal Wildfänge sind, hab' ich dann wieder den Vollentsalzer rausgeholt, diesmal aber alles brav vorher in ner Tonne angerührt und gaaanz langsam abgesenkt. (Tatsächlich ist der Ph-Wert bei den Eltern von der Leitung ab niedriger, so bei 6.7 und KH 2)

Das Becken hat jetzt PH ziemlich genau 7.0, würde 7.1 tippen,

...

Es kann also weder zu alkalisch sein ....
Mal angenommen, dass das richtig ist, was "Dein" Biologe sagt (Weichwasserfische atmen im Sauren besser), dann könnte das Wasser weiterhin zu alkalisch sein, denn das Wasser Deiner Eltern ist Pi mal Daumen drei- bis viermal so sauer wie Deins. Man vergisst leicht, dass die pH-Skala logarithmisch ist, d.h., Aquarienwasser, das einen um 1 niedrigeren pH-Wert hat, ist zehnmal so sauer!

Gruß, Klaus
Gruß, Klaus - nett kann ich auch, bringt aber nix B-)


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Re: Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von Marcus_H » 30.07.2016 12:45

Ja das ist auch sowas was mir noch im Kopf rum ging. Heute morgen war der PH-Wert wieder hoch auf eher klar 7.2, das ist typisch war schon früher so, dass sich bei KH 4 der Ph Wert bei mir immer so bei 7.2-7.3 eingependelt hat. Ich werde heute mal eine Tonne mit fast reinem VE Wasser anrühren und brav vorher ordentlich durchlüften mit Diffursorpumpe. Dachte an ne Mischung mit nem Leitwert von etwa 50 (reines VE wasser hat bei mir 12) und KH bei dann knapp 1.

Damit wollte ich etwa 1/3 des Beckenwassers tauschen. Wenn wir annehmen das der CO2 Anteil immer ähnlich bleibt (ph 7.6-7.8 und kh 8-9 Ausgangswasser bedeuten 5-7mg co2, ebenso wie jetzt mit KH um 4 und ph um 7.2) , sollte dann bei KH 2-3 der PH Wert also bei knapp unter 7 landen. Das wäre allerdings immernoch etwa 0,2-0,3 unter dem Heimatwasser, was ja, wie du schon sagts, nicht unerheblich ist.
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Re: Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von Klaus de Leuw » 30.07.2016 13:14

Hallo,

ich würde ansäuern, entweder mit Torf oder Eiche oder Erle bzw. -extrakt oder gleich mit ein paar Tropfen pH Minus aus dem Teichsektor (enthält Salz- und Schwefelsäure!).

Gruß, Klaus
Gruß, Klaus - nett kann ich auch, bringt aber nix B-)

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Re: Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von hanswerner » 30.07.2016 20:26

Hallo,

die Atmung ist recht schnell, die werden vermutlich gestresst sein, deshalb zeigen sie kaum Farbe.
Nur auf den PH Wert würde ich mich auch nicht verlassen, optimaler wär PH 6,0 bis noch unter 7 aber
solange nicht groß über 7,5 sollte das auch ok sein, wenn der PH Wert nicht stündlich schwankt.
Ein Video vom Becken könnte helfen, vielleicht ist die Strömungsrichtung nicht optimal :-?
würde auch mal den Diffusor weglassen und beobachten, eine gute Strömung an der Wasseroberfläche sollte langen.
Gruß
Skubi


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Re: Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von Marcus_H » 30.07.2016 22:50

Hallo,

naja also seitdem ich die große Strömungspumpe von 4 auf 8000 Liter/H Stunde hochgedreht habe ging der Sauerstoff auch hoch auf 6-6.5mg/l

Heute habe ich noch einen zweiten 750er Diffusor-Powerball reingetan, da der schon etwas älter ist komplett ohne Filterteil.

Tatsächlich waren heute Abend bei 25.8° Beckentemperatur dann auch satte 7mg/l O² im Becken. Habe die Diffursoren so eingestellt, dass sie die sehr feinen Bläschen direkt in die Strömung der Strömungspumpen reinwirbeln, denke das bringt schon was. Immerhin reden wir hier von einer Sättigung von etwa 85%, denn mehr als gute 8mg/l sind bei der Temperatur nicht möglich.

Kann morgen noch ein Video machen.

Meine die Atmung wäre bei einzelnen Fischen auch besser, leider tut mir gerade keiner den Gefallen so still und so dicht vor der Scheibe zu hocken wie der Kandidat aus dem ersten Video. Die Farbe ist allerdings noch nicht besser und nervös sin sie immer noch. Gut heute war auch Fütterung, wenn sie da aufgeregt und dann vollgefressen sind atmen sie vermutlich eh nen Schlag schneller.

Habe nochmal aktuell folgende Werte kontrolliert (fast alles JBL Tests):

Nitrit: Absolut Nix, Farbe identisch mit Probe aus dest. Wasser

Nitrat: Bei ziemlich genau 1mg/l

Ammonium: Kein Unterschied zu dest. Wasser erkennbar klar unter 0,05mg/l

Kupfer: unter 0.1mg/l keine Abweichung dest. Wasser

Phosphat: 0.25-1.25 nach Sera, 0,05-0,2mg/l nach JBL test (auch im Leitungswasser nicht mehr)

Eisen: unter 0,02mg/l

Da wie gesagt kau noch Altwasser im Becken sein dürfte das nicht durch den Reiser Blockfilter gegangen ist, habe ich bei den Metallen auch Nix anderes erwartet, Chlor/Chloride filtert der laut Hersteller sehr sicher und gründlich (da reichen sogar die viel gröberen Patronen).

Denke ich werde, wenn sich bis morgen Mittag kein Wunder einstellt, nochmal etwas mehr mit Vollentsalzer Wasser verschneiden, um den PH Wert auf unter 7 zu bekommen. Weiteres ansäuern hat ja auch vor allem dann Sinn, wenn eher weniger KH im Becken ist (klar so 2 müssen dann schon bleiben), wobei ich eigentlich kein gelbes Wasser möchte.
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Re: Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von Marcus_H » 03.08.2016 17:59

So kurzes Update:

Also Atmung hat sich noch Nix sichtbar verändert, das Problem ist natürlich, dass die Tiere wenn man nahe ran kommt auch nervöser werden.

Aber zumindest sind sie im Moment etwas mutiger und nicht mehr so hektisch im Umgang, bei Dunkelheit kommen auch so Ansätze von Schwarmverhalten wieder auf. Vielleicht auch eine Altersfrage, die farbe scheint auch mit der Größe zusammen zu hängen.

Ich hatte ja einen befreundeten Biochemiker mal das Wasser untersuchen lassen, hier ein paar Bilder

http://www.bilder-upload.eu/show.php?fi ... 243632.jpg

http://www.bilder-upload.eu/show.php?fi ... 243649.jpg

http://www.bilder-upload.eu/show.php?fi ... 243663.png

Ob die Anzahl an Bakterien sehr hoch ist kann er nicht beurteilen, Aquaristik ist nicht sein Gebiet, es war aber auffällig, dass man fast nur eine Bakterienart fand, die er für E-Coli hält. Das würde passen, da es in Marburg vor ein paar Wochen einen starken E-Coli-Befall gab und eventuell ein Wasserwechsel damit durchgeführt wurde. (Danach habe ich 1 Woche ausgesetzt, seitdem wurden die Leitungen gechlort, weswegen ich den Blockfilter anschaffte)

Können die für diese Atmung verantwortlich sein?
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Re: Auch im "neuen" Becken Fische atmen nicht normal

Beitrag von Klaus de Leuw » 03.08.2016 18:18

Hallo Marcus,

dann müssten sie sich ja die Kiemen befallen haben.

Escherichia coli ist übringes ein Bakterium aus dem Darm von Säugetieren (einschließlich des Menschen) und lebt dort symbiontisch (also in einer Lebensgemeinschaft, von der Säugetier und Bakterium profitieren). Einige wenige Stämme können jedoch krank machen, immunschwache Menschen sind durch alle Stämme gefährdet. Colibakterien sind leicht nachzuweisen und werden daher als hinweis auf fäkale Verunreinigungen genutzt. Dabei sind nicht die Colibakterien das Problem, sondern mit dem Kot eingetragene Krankheiterreger verschiedenster Art.

Ich halte es allerdings für unwahrscheinlich, dass E. coli aus dem Leitungswasser nach mehrern Wochen noch so präsent im Aquarium sind. Deine Abbildungen sind ziemlich nichtssagend, interessant wäre die Keimzahl (Bakterien pro Volumenteil Aquarienwasser). Mögliche Gegenmaßnahmen wären antiobiotische Aquarienmedikamente (die Dir aber auch die Filterbakterien umbringen) oder in UV-Klärer, wenn denn überhaupt Maßnahmen nötig sind. Übrigens senkt eine Senkung des pH-Wertes in der Regel auch die Keimdichte.

Gruß, Klaus
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