Biotop-Aquaristik

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d_b
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Re: Biotop-Aquaristik

Beitrag von d_b » 23.08.2014 21:57

Hallo,

das Thema fand ich auch sehr spannend, aber das Ergebnis eher ernüchternd. Das liegt aber auf keinen Fall an der Umsetzung, sondern an meiner sicher zu hohen Erwartungshaltung. Mich interessiert vor allem ein Biotop- (von mir aus auch ein Habitat-) Aquarium, das schon mehrere Monate läuft. Sicher, das ist für solch einen Film schwer machbar, aber wenn irgendjemand Bilder oder Filme vom Werdegang solcher Becken hat, dann möge er die Chance nutzen und diese hier veröffentlichen.
Abgesehen davon, dass in meinem Becken möglichst viel aus Afrika stammt:
Synidontis nigriventris
Ctenopoma acutirostre
Pelvicachromis pulcher
Pantodon buchholzi
und
verschiedene Anubias-Arten
Crinum natans
und zumindest als angeblich überall vorkommen Pistia stratiotes
UND:
Original afrikanischer Wüstensand - für viel Geld aus der Reptilienabteilung heimgeschleppt :D
Allerdings habe ich den wegen der Farbe geholt. Aufgefüllt wurde bei der Ersteinrichtung mit rotem Sand aus einigen (fast) heimischen Sandsteinwänden und Feldsteinen aus ganz Deutschland, die im Laufe der Zeit gesammelt wurden und vom Teichbau übrig blieben.
Und vielen Wurzeln aus dem hiesigen ehemaligen Stausee(chen).

Beste Grüße und Danke nochmal für den Beitrag
Dirk


Firefly
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Re: Biotop-Aquaristik

Beitrag von Firefly » 24.08.2014 09:37

Hallo Nachbarn,
wenn sich Andreas schon bei mir- der ich ausser Kaffee kochen mit dem Projekt so gut wie gar nichts zu tun hatte - bedankt, möchte ich auch noch ein paar Informationen zum Thema beisteuern.
Auch ich kann mit dem Begriff "Biotop-Aquaristik" nicht viel anfangen.
Einmal abgesehen vom Rollmops, bei dem der Holzspieß kein natürliches Dekorationselement darstellt, ist doch der Aquarianer seit jeher bestrebt seinen schuppigen Freunden ein - seiner Meinung nach - "naturnahes" Ersatzhabitat zu schaffen. So gesehen sind alle Aquarien gewissermaßen "Biotopaquarien". Andererseits wollen die wenigsten Aquarioten ein "echtes" Biotopaquarium" in ihrem Wohnzimmer haben, da die meisten Habitate nur einen Bodengrund (meist Schlamm), allerhöchsten eine Pflanzenart, und selten mehr als eine Fischart aufweisen (gemessen auf einen Quadratmeter).
Dessen ungeachtet hat sich in den letzten Jahren eine Biotopaqiarium -Fangemeinde etabliert, die auch wirtschaftlich in Zeiten eines allgemeinen Rückgangs der Aquaristik inzwischen nicht ganz unwichtig ist.
Benjamins Biotopaquarium in der Panta Rhei ist ja nur eines von dreien, die zumindest bis zum Ende des Jahres ausgestellt werden. So "einfach" Bennis Becken auch wirken mag, so sicher ist doch, dass wir mit diesem Becken die meiste Arbeit haben werden, wenn wir den angestrebten Eindruck beibehalten wollen. Wie man in der Panta Rhei Galerie hören, und hier und auf unserer Facebook-Seite lesen kann, polarisieren alle drei Aquarien, doch das von Benn am meisten.
Nach Meinung von Klaus ist das Display von "seinem natürlichen Vorbild (...) so weit entfernt (...) wie ein Marmorskalar von der Wildform", und kein geringerer als Heiko Bleher gab zu bedenken, dass es in der Natur niemals so aussieht. Da würde vielmehr Laub und Totholz liegen, und der rote Neon würde niemals im hellsten Sonnenlicht ohne Deckung schwimmen. Was beide nicht wissen können ist, das Benni uns im Vorfeld der Aktion ein Video zusandte, in dem man ab Minute "7:10" sehen kann, was Benni nachempfinden möchte.
Wer mag kann sich ja mal anschauen, ob die Umsetzung geglückt ist oder nicht. Guckst du hier: https://www.youtube.com/watch?v=5EV12vd ... A&index=42
Ich sehe da rote Neons, die im hellen Sonnenlicht über den mit Falllaub und Totholz voll liegenden Grund dahinschwimmen. Eine grasähnliche Pflanze, möglicherweise eine Simse, durchdringt bisweilen das Falllaub
Desweiteren müssen wir natürlich zugeben, dass die für das Display verwandten Äste aus dem Teufelsmoor bei Mardorf , der Sand aus einem Sandabbau bei Lehrte, die Blätter aus Indien, die Pflanzen aus Dänemark, die Neons aus deutsch Nachzucht, und das Wasser aus unserem Brunnen in Brelingen stammen. Die Steine sind Produkt einer eiszeitlichen Endmoräne, die den Brelinger Berg geformt hat, zu dessen Füßen sich die Panta Rhei befindet.
Wem das nicht genug natürlich, und biotopgerecht ist, für den bietet Heiko Bleher noch in diesem Jahr Deko-Sets mit Steinen und Hölzern aus verschiedenen Original-Habitaten an.
Bis dahin: Munter bleiben!
Gruß Frank
Nichts ist so gerecht verteilt, wie die Intelligenz - niemand glaubt, mehr davon zu benötigen, als er besitzt.
Rene Descartes

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Klaus de Leuw
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Re: Biotop-Aquaristik

Beitrag von Klaus de Leuw » 24.08.2014 10:12

Hallo Frank und all die anderen,
Firefly hat geschrieben:Ich sehe da rote Neons, die im hellen Sonnenlicht über den mit Falllaub und Totholz voll liegenden Grund dahinschwimmen. Eine grasähnliche Pflanze, möglicherweise eine Simse, durchdringt bisweilen das Falllaub
Nun denn, zunächst einmal sehe ich ein an Schwebstoffen reiches Wasser, in dem irgendwas grünlichese aus dem Laub strebet, das ich am ehesten für fädige, büschelige Algen halten würde. Auch die Pflanzen, die dann ab Minute 9 erscheinen, sind völlig veralgt. Insofern ist es genau ein Beispiel dafür, dass Biotopaquaristik Zustände in der Natur nicht darstellt, sondern verklärt. Letzteres ist nciht schlimm, wenn nciht ersteres behauptet wird, womit wir wieder beim Kern meiner Kritik sind: Ich kritisiere nicht die Art, wie das Becken betrieben wird, sondern die Behauptung, man kopiere die Natur.
Desweiteren müssen wir natürlich zugeben, dass die für das Display verwandten Äste aus dem Teufelsmoor bei Mardorf , der Sand aus einem Sandabbau bei Lehrte, die Blätter aus Indien, die Pflanzen aus Dänemark, die Neons aus deutsch Nachzucht, und das Wasser aus unserem Brunnen in Brelingen stammen. Die Steine sind Produkt einer eiszeitlichen Endmoräne, die den Brelinger Berg geformt hat, zu dessen Füßen sich die Panta Rhei befindet.
Kein Problem, die Sachen sind alle hübsch und geeignet, zumal das mit dem Biotop sowieso nicht gelingt.
Wem das nicht genug natürlich, und biotopgerecht ist, für den bietet Heiko Bleher noch in diesem Jahr Deko-Sets mit Steinen und Hölzern aus verschiedenen Original-Habitaten an.
Und wann gibt es im Ganzen ausgebaggerte Biotope, fertig in Glaskästen versetzt, zu kaufen?

Gruß, Klaus
Gruß, Klaus - nett kann ich auch, bringt aber nix B-)


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Re: Biotop-Aquaristik

Beitrag von Plankton » 24.08.2014 10:21

Hallo zusammen,

mich hat das ganze jetzt auch nicht sooo vom Hocker gehauen, zumal das ja wohl jeder begeisterte Aquarianer selbst schon mal praktiziert hat. Wo und wie letztendlich die "Zutaten" her stammen ist auch schnurzpiepegal. Alles in allem ist es doch ein schönes Ergebnis und man sollte nicht vergessen, dass alle Beteiligten Zeit und Geld investiert haben, um andere zu erfreuen bzw. für das Hobby zu begeistern.
Wem das nicht genug natürlich, und biotopgerecht ist, für den bietet Heiko Bleher noch in diesem Jahr Deko-Sets mit Steinen und Hölzern aus verschiedenen Original-Habitaten an.
Dinge die die Welt nicht braucht.

@Andreas: Eure letztjährige Ausstellung im Mauritanium hat mich da echt begeistert. Klein, sehr fein und beispielhaft! (Wollt ich schon lange mal loswerden.) ;)

Gruß, Steven
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