Erster Ausflug in die Terraristik

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Beppo
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Erster Ausflug in die Terraristik

Beitrag von Beppo » 15.08.2008 00:34

Hey Jungs,


Nach dem altersbedingten Verscheiden eines dschungarischen Zwerghamsters habe ich hier ein 80x35x40 StandartTerrarium leer stehen.

Das Becken gehört meiner besseren Hälfte, die ich nun nach langem überzeugen konnte einen Ausflug in die Terraristik zu starten.

Wir haben bisher keinerlei Terraristik Erfahrung (von mal ein paar Mantiden und Stabheuschrecken abgesehen) und würden sehr gern eine Froschart in dem Becken halten.

Beim Stöbern habe ich mich nun in einen Korallenfinger verguckt, jedoch Beckengrößenangaben von 40x40x50 bis zu 100x60x80 für ein Tier gefunden.
Kann man ein Tier denn überhaupt in nem 80x35x40 auf absehbare Zeit halten (wenn die Tiere langsam wachsen kann natürlich später ohne Probleme ein größeres Becken nachgeholt werden, aber 1-2 Jahre sollte dieses schon noch ausreichen).

Was mir bisher so vorschwebte, war ein Tropenbecken mit großem Wasserteil (8-10cm Wasserstand) im Vordergrund, Bachlauf, betrieben durch nen alten Eheim Topfilter.
Land und Wasserteil über ne Mattenfiltermatte getrennt, in den Landteil Hydrokultur (dachte ohne Zirkulation schimmelt es vielleicht...) und dadrauf Moose. Die Wände mit Kork oder bewachsenem Drahtgeflecht auskleiden und diverse Tilansien und Bromelien rein.
Im Wasserteil herauswachsende Anubias oder Cryptos, dazu Efeutute oder sowas.
Beleuchtet wird über einen 2x18W Leuchtbalken, brauche ich noch viel mehr Technik?
Das Becken wird in einem gut beheitzten Raumd ohne Zugluft stehen, wo immer ca 22C Raumtemperatur herscht.

Wie gesagt, sind alles nur die Gedanken eines totalen Neuanfängers.

Wir würden natürlich gerne den Korallenfinger pflegen, wenn es aufgrund der Beckengröße aber garnicht geht, bin ich für Alternativen (Molche, Frösche oder Kröten) offen.
Mir kommen da nur Chinesische Rotbauchunken in den Sinn, doch habe ich bei denen das Gefühl, dass sie nicht viel mehr als den Wasserteil des Beckens nutzen würden und obenrum alles sehr wenig belebt wäre.

Noch eine Frage, ist Lebendfutter bei Fröschen ein Muss oder gibt es auch Frostfutter bzw wird dies angenommen?

Und könnten sich im Wasserteil noch weitere Tiere tummeln, wenn ich eine reine Kletterfroschvariante pflegen würde (sind ja nur 20-25l, vielleicht Microrasbora oder so etwas)?


Ich danke euch schonmal für die Antworten und fahr morgen erstmal nach Zajac um mir ne übersicht zu verschaffen, was es so an Amphibien gibt.

Machts gut, Tim

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Beppo
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Beitrag von Beppo » 15.08.2008 14:25

So,


nach dem heutigen Ausflug zu Zajac bin ich um einen wunderschönen Obscura reicher, noch mehr den Zitteraalen verfallen und nur knapp einer unfreiwilligen Amputation meines linken Zeigefingers durch den dort ansässigen Speisegurami entkommen.

Jedoch in diesem Thema nicht wirklich schlauer.
Viele verschiedene Frösche, noch mehr Lurche, wenig Personal und viel mehr Fragen als vorher...

Ich habe dort diverse Laubfroscharten gesehen, sind diese besser geeignet, als der bisher in Betracht gezogene Korallenfinger oder sind die agiler und brauchen deshalb mehr Platz? (RotaugenLaubfrosch, Amerikanischer Laubfrosch, Tomatenfrösche, hatte leider nichts zum schreiben dabei...)

Ich weiß, das ist hier eigentlich ein Aquaristik Forum, aber wir haben ja auch ein paar Terraristik bewandte Member und hoffe auf euren kompetenten Rat, bevor ich mich erst noch in ein anderes Forum einarbeiten muss.


machts gut, Tim


Firefly
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Beitrag von Firefly » 15.08.2008 17:13

Hallo Tim!
Das Dumme an den Laubfröschen ist immer, dass sie den ganzen Tag dösig in der Ecke sitzen und erst nachts umherspringen.
Die Korallenfinger brauchen auf jeden Fall etwas Platz, da sie gern springen, und sich in zu kleinen Terrarien gern die Schnauze stoßen. In älterer Literatur findet man manchmal den Hinweis, dass sich Litoria sogar in offenen Blumenfenstern halten lassen, wenn man tagsüber für eine Wärmequelle (23- 28°C Nietzke) sorgt.
Der Appetit dieser Frösche ist aber unglaublich. Die fressen dir die Haare vom Kopf (aber laut Avatar hast du davon ja reichlich).
Der Korallenfinger ist DER Frosch! Lass dir von irgendeinem Menschen einen Frosch beschreiben, und es kommt ein Litoria heraus.
Gruß Frank
Nichts ist so gerecht verteilt, wie die Intelligenz - niemand glaubt, mehr davon zu benötigen, als er besitzt.
Rene Descartes

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Klaus de Leuw
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Beitrag von Klaus de Leuw » 15.08.2008 19:05

Hallo Tim,

das Becken ist für alle Laubfroscharten definitiv zu niedrig. Der Koralleninger ruiniert Dir zudem die gewünschten Pflanzen. Unterschätze auch nicht den nächtlichen Lärm, den sie machen.

Die Chinesische Rotbauchunke ist tatsächlich die erste Wahl dafür und für Anfänger hervorragend geeignet, tag- und nachtaktiv, ruffreudig, aber dabei sehr leise und angenehm klingend, verhältnismäßig leicht zu vermehren (wenige Wochen Kühlschrank sind aber in der Regel nötig), ohne Technik (außer Beleuchung) artgerecht zu pflegen. Ich würde das Terrarium komplett fluten (wie hoch wäre dann der Wasserstand? 5 cm sollten es schon sein) und bepflanzen. Im hinteren Teil aus porösem Lavagestein einen ruhig recht steil ansteigenden Landteil bauen, die Ritzen sollten aber mit Sand, Kies oder Lavagrus verfüllt werden. Die Ritzen kann man gut bepflanzen und Sumpfpflanzen und Moose aus dem Wasserteil werden die Lavasteine erobern. Die Unken nutzen das ganze so gestaltete Terrarium und mit einer Gruppe von fünf bis sieben Tieren hat man über Jahre eine lebhafte Gruppe, die viel Spaß bereitet.

Goldkrötchen wären auch geeignet, sind aber viel schwerer zu bekommen, verstecken sich gerne und sind schwerer zu pflegen. Und mit emersen Cryptoyorynen und Anubias wird dann nichts, denn die brauchen es trockener.

Gruß, Klaus
Gruß, Klaus - nett kann ich auch, bringt aber nix B-)

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Beitrag von Beppo » 16.08.2008 03:03

Hey ihr beiden,


@Frank

Hehe, die Haare sind seit etwa drei Wochen nach nunmehr 6 Jahren ab, Jetzt hab ich nen feschen Kurzhaarschnitt, muss beizeiten mal den Avatar updaten...
Das Terrarium steht im Wohnzimmer und ist durch 2 Türen von den Schlafzimmern getrennt, die Wand ist eine tragende Altbauwand, also wenn die Frösche nicht nen richtig dicken Bass haben, wird man nicht viel hören... ;)

@Klaus
Ok, ich denke, es werden dann die Unken sein, mir schwebt schon einiges vor, wie ich die Lavasteinwand gestalten kann.
Derm Wasserstand kann Maximal 10 cm betragen, wobei ich aufgrund des hantierens im Becken und der "Schwappgefahr" wohl nur 8cm nehmen werde.

Noch ein paar Fragen, die mir in den Sinn kommen:

1. Bodengrund fein oder grobkörnig oder egal?

2. Wie "baue" ich die Lavasteinrückwand, einfach kleinere Brocken per AquarienSilikon verkleben und als "Fundament" einen schräg geschnittenen Filterschaumblock?
Klebt Silikon an Filterschaum?

3. Wie verlege ich die Schläuche des Filters ins Terrarium?
In das Lüftungsgitter oben Löcher schneiden oder geht es irgendwie eleganter?
Wenn ja, dann mit welchem Werkzeug? Für eine normale Zange sieht mir das Gitter oben ziemlich dick aus...



danke euch beiden für die wie gewohnt schnellen und kompetenten Antworten, machts gut, Tim


der Korallenfinger kommt dann irgendwann, wenn die Erfahrung da ist...

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Klaus de Leuw
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Beitrag von Klaus de Leuw » 16.08.2008 07:23

Hallo Tim,
Beppo hat geschrieben:Das Terrarium steht im Wohnzimmer und ist durch 2 Türen von den Schlafzimmern getrennt, die Wand ist eine tragende Altbauwand, also wenn die Frösche nicht nen richtig dicken Bass haben, wird man nicht viel hören... ;)
Manche Laubfrösche wohl. Wenn man einen Hund hört, dann auch einen Laubfrosch.
Ok, ich denke, es werden dann die Unken sein, mir schwebt schon einiges vor, wie ich die Lavasteinwand gestalten kann.
Derm Wasserstand kann Maximal 10 cm betragen, wobei ich aufgrund des hantierens im Becken und der "Schwappgefahr" wohl nur 8cm nehmen werde.
Gute Wahl, der Wasserstand reicht.
1. Bodengrund fein oder grobkörnig oder egal?
Flusssand = Spielkastensand ist ideal, alles grobere verreckt leicht, feineres neigt auch zu Fäulnis.
2. Wie "baue" ich die Lavasteinrückwand, einfach kleinere Brocken per AquarienSilikon verkleben und als "Fundament" einen schräg geschnittenen Filterschaumblock?
Klebt Silikon an Filterschaum?
Wenn keine große Belastung darauf ist, ja. Ich würde einfach bis zu doppeltfaustgroße Brocken miteinander verkleben oder nur verkeilen und die Spalten mit feinerem Material verfüllen.
3. Wie verlege ich die Schläuche des Filters ins Terrarium?
In das Lüftungsgitter oben Löcher schneiden oder geht es irgendwie eleganter?
Wenn ja, dann mit welchem Werkzeug? Für eine normale Zange sieht mir das Gitter oben ziemlich dick aus...


10er Bohrer. Und dann ggf. aufweiten. Oder an einem Ende das Silikon aufschneiden, mit dem der Gitterstreifen am Glas verklebt ist, und das Gitter so wiet hochklappen, dass die Schläuche passen. Oder einen kleinen luftbetriebenen Schwammfilter nehmen, die Unken mögen eh keine Strömung, und ums Wasserwechseln kommst Du sowieso nicht herum. Achte auf Dichtigkeit des Terrariums, Unken können an senkrechten Glaswänden begrenzt klettern, und eine vertrocknete auf dem Wohnzimmerteppich ist nicht schön.
der Korallenfinger kommt dann irgendwann, wenn die Erfahrung da ist...
Im Vergleich zu Unken gähnend langweilig.

Schönes Wochenende
Klaus
Gruß, Klaus - nett kann ich auch, bringt aber nix B-)


Andreas2209

Beitrag von Andreas2209 » 21.08.2008 13:25

Hallo,

wenn du einen Wasserteil filtern willst, würde ich dir den tip geben, von unten mit einem Glasschneider ein Viereck auszuschneiden, Schläuche rein und mit Silikon dichten (und immer erst mit wenig Wasser Dichtheit prüfen bevor Einzug der Lurche); sieht nicht so "Not-Lösungs-mässig" aus und Kabel/Schläuche/was weiss ich was für Zeugs wird dir früher oder später nur schon optisch auf den Sack gehen.

Ich hab bei meinen Terrrarien alle Heizungs- / Wasser- & sonstigen Kabel & Schläuche von unten (durchs Holz des Regals und das Glas wie oben) verlegt; sieht echt wesentl. besser aus.

Nur bei Aquarien traue ich mich das nicht selber zu machen, da da dann schon paar Hundert Liter Wasser drücekn & Schatzi mich killen würde, wenn was Grösseres ausläuft.

Im www.Schlangenforum.ch findest du alle möglichen Bauanleitungen.

Gruss

Andreas


Domi
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Beitrag von Domi » 21.08.2008 13:34

Hallo,
wollt Dich nochmal für das Thema Rotbauchunken unterstützen...
sind wirklich sehr einfach zu halten und machen ein großen Spass, man muß nur etwas aufpassen, dass die Tiere sich nicht überfressen - neigen dazu.

Die Laubfrösche sind eine Zeitlang schön, mit ihrem gequacke, doch irgendwann geht es einem nur noch auf den Geist

MfG Domi


Andreas2209

Beitrag von Andreas2209 » 21.08.2008 15:46

Hai,

zu Rotbauchunken geb ich Domi total Recht; stellen kaum Anforderungen und sind sehr dankbare Pfleglinge.

Und sie sind sehr leicht auch an zus. Tiere zu gewöhnen und zeigen sehr schnell keine Scheu mehr, wenn sie geblickt haben, dass das andere kein Fressfeind ist; ich kenn mehrere Leute, die schon ewig ohne Probleme ihre chin. Rotbauchunken mit anderen Amphibien zusammen halten; die Unken sind dann perfekte Resteverwerter.

Gruss

Andreas


Domi
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Beitrag von Domi » 21.08.2008 21:38

Hallo Andreas,
jep, da kenn ich auch welche...
wobei die Unken alles verschlingen, was annähernd reinpasst d.h. nicht mit z.B. kleinen Feuerbauchmolchen vergesellschaften.

MfG Domi

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