Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

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Marcus_H
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Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von Marcus_H » 01.07.2015 19:58

Hallo,

Es ist mir immer mehr ein Mysterium, aber vielleicht weiß ja hier Jemand Rat:

Beckenbeschreibung:

200x90x70cm in Acryl, Wasserstand ca 60cm

Ausgangswasser Leitung: PH 7.8, Gh 8-10, KH 8

Beckenwasser nach Einsatz des Vollentsalzers: PH 6.5-7.2 (25.6.2015 VE Anteil erhöht um zu kurieren, daher PH jetzt seit 29.7.2015 dann PH 6.5), Gh 3-5, KH 2-3, Temperatur 25°

Nitrit zu allen Zeiten im untersten Messbereich (Tröpfchen sowie Stäbchen für den Laborbedarf!)

Besatz: Gibbiceps groß (40cm), Megalancistrus Paranus (20cm),Gibbiceps klein (8cm), Panaque L 90 (12cm)†, Panque L 190 (10cm) †, 2x Megalodoras Uranoscopus (15cm), 1x Liniendornwels (18cm), noch zwei kleine Garra Rufa mit 5cm.

Grundsätzlich: Obwohl ich immer vier Pumpen mit Diffusor in den 2 HMF-Ecken stecken habe, die aufsummiert eine L/H Leistung von 2400 haben, kam mir die Atmung meiner L-Welse ja seit jeher etwas hektisch vor, manche Beobachter meinten aber, die sei nicht so ungewöhnlich.

Fakt ist aber, das vor allem der große Gibbi speziell nach WW gerne mal Luft von der Oberfläche geholt hat.

Nun zeigten alle L-Welse aber nach einem Jahr im Becken bis auf die immer etwas hektische Atmung kein ungewöhnliches Verhalten, alle wuchsen, alle schwammen umher, alle fraßen eifrig Zucchini, und Welstabletten ( Tatra Wafer und Eheim Granulat)

Leider verstarb im Februar der L 90 Panaque überraschend als erster, kurz nach einem WW stellte er das fressen ein und bewegte sich nicht mehr von 2 Stammplätzen weg. Nach etwa 5 Tagen verstarb das Tier.

Vor 3 Wochen ging es dann mit dem L190 ähnlich ab, allerdings dauerte es hier deutlich länger. Ich hatte das Tier noch vorsichtshalber in ein andere Becken gesetzt, wo von Haus aus perfektes AQ-Wasser aus der Leitung kommt (Ph 6.6, Gh und KH bei 2). Dort bewegte sich das Tier nach kurzer Zeit zwar mehr, fraß aber auch nicht und ging vor 2 Tagen ein.

Jetzt fängt auf einmal der große Gibbiceps an deutlich mäßiger bis gar nicht zu fressen und lange Zeit wie ein Häufchen elend herumzuliegen, obwohl er vorher der Chef im Becken war. Er steht auch auffällig oft nahe dr Oberfläche und holt sich immer wieder Luft.

Genauso wie bei den Panaque vorher, zeigt sonst keiner im Becken, inklusive des kleinen Gibbiceps, irgendwelche Auffälligkeiten! Alle anderen fressen normal und verhalten sich normal.

Weitere Symptome: Abgesehen von der schnellen Atmung, die aber schon seit über einem Jahr besteht, hatten der L190 und der große Gibbi einmal durchsichtigen , schleimig aussehenden Kot, das wurde aber nur einmal beobachtet.

Was ich bislang probiert hatte: Behandlung mit Esha 2000+Esha Exit noch bevor eingangs der L 90 verstorben war - keinerlei Effekt.

Nachdem der L 190 so komisch anfing, viele Seemandelblätter hinzu gegeben, kein Effekt, bzw. jetzt fing es mit dem Gibbi an.

Und jetzt eben am 29. ein großer WW( 50%) mit fast reinem Vollentsalzer Wasser, deswegen der PH jetzt bei 6.5 statt vorher 7.2. Dazu einen Außenfilter mit etwa 600g Aktivkohle drangehängt, keine Ahnung ob das bei der Beckengröße hilft. Aber nach dem WW und nachdem ich die Seemandelblätter weg habe, ist das Wasser jetzt sehr klar.

Das Einzige was mir jetzt noch einfällt wäre einen Reiser Vorfilter anzuschaffen und damit, in Kombination mit dem Vollentsalzer nochmal einen größeren WW durchzuführen. Ansonsten bliebe mir nur noch, den Gibbi rauszunehmen und seperat zu behandeln - nur womit? Bei so wenig Symptomen? Wegen des seltsamen Kots kam ich zunächst auf Sera Flaggelol, aber ob's das ist?

Das Einzige was ich in 2015, wo ja alle Tode reinfallen, geändert habe, ist der Bodengrund und die Bepflanzung. Das ist aber gewaschener Quarzsand und die Pflanzen (Valisnerien+Javafarn, letzterer hat bei 2 Pflanzen schwarze Pünktchen) kamen nach dem Tod des L 90. Dazu hatte ich vor nem Monat angefangen ab und an mit Dennerle V 30 complete zu düngen, da fing der L 190 aber schon an und der L 90 war schon länger tot.

Videos:

Atmung der Tiere gefilmt:

L 90 in 2014, lange vor dem Tod

https://www.youtube.com/watch?v=-JKTQOm8f68

L 190 vor 2 Wochen, kurz bevor ich ihn umgesetzt habe (Beckengestaltung seitdem geändert)

Gibbiceps vor 2 Wochen (da fraß er noch normal)

https://www.youtube.com/watch?v=Hqn7EfMolzM
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Jochen327
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Re: Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von Jochen327 » 02.07.2015 12:34

Hallo Marcus,
ich hatte auch nach einer in 2 Intervallen durchgeführten Behandlung meiner Tiere (Scheibensalmler M. maculatus und Chalceus erytrurus hatten Ichthyo) mit Esha und Exit das Problem. Bei mir starben innerhalb von 2-3 Wochen alle im Becken befindlichen Schilderwelse (L-Welse). Nach Abschluss der Behandlung und einem 80%igen Wasserwechsel sowie einer 4-wöchigen Wartezeit setzte ich wieder einen L190 und einen Ancistrus ins Becken - auch sie verstarben nach ca. 14 Tagen. Die erhöhte Atemfrequenz konnte ich auch nur bei den L-Welsen nach der Behandlung feststellen. Die anderen Welse (Pimelodus ornatus) und die Salmler sowie Geophagus abalios sind nach der Behandlung kerngesund. Die in den anderen Becken im Kellerraum befindlichen L-Welse. die mit gleichem Wasser und gleicher Filterkombi (Hamburger Matte + zusätzlicher Schnellfilter) gehalten werden sind alle topfit. Ich vermute, dass die Esha/Exit-Kombi die Welse nicht vertragen haben und Reste davon immer noch in den zahlreich im Becken befindlichen Mangrovenwurzeln vorhanden sind und die Saugwelse beim Abfressen der Wurzeln noch Spuren davon aufnehmen. Ich setze jedenfalls keine L-Welse mehr ins Becken, ohne es vorher komplett geleert, gereinigt und mit neuer Deko und Filtersubstrat versehen zu haben.
Schönen Gruß
Jochen

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Re: Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von hanswerner » 02.07.2015 16:26

Hallo,

eSHa 2000 enthält Kupfer, was wohl nicht besonders förderlich für Welse ist, laut Beipackzettel soll man den Einsatz von eSHa 2000
nicht bei Schnecken und glaube Garnelen verwenden, aber wurde schon oft diskutiert das es Welsen auch nicht gut tut.
Gruß
Skubi


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Marcus_H
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Re: Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von Marcus_H » 03.07.2015 12:46

Ja das habe ich auch gelesen, aber die Esha Behandlung ist mittlerweile locker 2 Monate her!

Das der Wabi nicht frisst und (noch) schneller atmet als vorher ist erst seit einer Woche der Fall!

Ich habe jetzt noch Ammonium, Kupfer und Chlor gemessen, alles nicht nachweisbar!

Habe gestern dann mit Sera Med Tremazol gegen Kiemenwürmer behandelt, danach muss man einen 80% Wasserwechsel machen.

Habe sicherheitshalber mal JBL Aufbereiter dazu getan und den Aktivkohlefilter am nächsten Tag wieder gestartet.

Werte auf PH 6.6, Kh 3 eingestellt. Bis jetzt leider keine Verbesserung. Lediglich als beim WW die Temperatur auf 23° runter ging atmete er mal kurz etwas ruhiger.
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Re: Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von Metynnismann » 03.07.2015 20:01

Marcus, wenn du einen 80%igen Wasserwechsel machst, dann aber nicht mit Wasser, das direkt aus dem Vollentsalzer kommt. Mir sind aufgrund des hohen CO2-Gehaltes im unbelüfteten VE-Wasser schon mal beinahe meine Geophagen hopsgegangen.
Gruß,
Marko


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Re: Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von Marcus_H » 03.07.2015 23:56

Hallo,

also ich mache es immer so, dass ich zunächst 1/4 bis 1/3 des neuen Wassers mit Hahnwaqsser befülle, dann 2/4 VE Wasser hinterher und zur Not nochmal mit Hahnwasser nachjustiert. Dadurch kann zwischendrin schon genug Wasserstnd erreicht werden, dass die Diffusoren schon sehr früh wieder loslegen können.
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Re: Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von Neo » 04.07.2015 07:50

Hallo Marcus,

mal daran gedacht, dass es zuviel ist, was du tust? Welse sind normalerweise recht robust, was die Wasserwerte betrifft ( ausgenommen vielleicht Baryanciatrus) und nicht auf einen pH-Wert oder auf eine Temperatur beschränkt. Diverse Mittel ins Becken zu geben, ohne zu Wissen, ob die Fische überhaupt was haben, ist sicherlich auch nicht optimal. Die Atmung erscheint mir bei den Welsen auf den Videos ebenfalls normal. Letzlich ist es natürlich schade, dass deine Welse gestorben sind, eine Diagnose woran es gelegen haben könnte wird dir vermutlich nur ein Tierarzt geben können.

Nicht falsch verstehen, aber ich glaube manchmal ist weniger mehr. :)

Gruß Sebastian


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Re: Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von Marcus_H » 04.07.2015 08:52

Hallo,

klar Stress ist nicht zu unterschätzen, aber bei 2 verstorbenen Tieren + einem der jetzt nicht frisst (und ja auch jetzt schneller atmet als auf dem Video, also der Gibbiceps aktuell) liegt ja auf jeden Fall was vor.

Die Behandlung auf Kiemwürmer war jedenfalls erfolglos.

Findest du nicht das der Panaque zu schnell atmete in dem Video (gelbes Wasser)??

Naja am Montag werde ich mal eine Kot + Wasserprobe zum Tierarzt schicken.
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scorp
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Re: Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von scorp » 05.07.2015 02:09

Hallo,

ich hoffe ja, dass sich die Biologen noch melden, aber für mich hört sich das alles nach sowas wie Vergiftung an.

Und dein weiteres Ausprobieren diverser Medikamente etc. scheint nicht zu helfen. Also erstmal untersuchen lassen und das Problem finden.

mfg Thimo


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Re: Rästelhaftes, schleichendes Sterben meiner L-Welse

Beitrag von Marcus_H » 05.07.2015 17:30

Deswegen geht ja jetzt die Kot+Wasserprobe zum Tierarzt. Weiss nur nicht wie das schnellstmöglich bei der Hitze+Streiks klappen soll.

Gift finde ich unwahrscheinlich, weil dem Rest geht es gut und Chlor,Kupfer,Ammonium,Phosphat, Nitrita + Nitrag wurden gecheckt.
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