Fragen zum Einstieg

Channa, Parachanna

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ChrisM
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Fragen zum Einstieg

Beitrag von ChrisM » 12.10.2018 08:08

Hallo
Ich bin neu hier
Zu mir:
Ich hatte schon mal ein kleines 54l Gemeinschaftsbecken gepflegt, das ist jedoch schon etwas her. Des weiteren pflege ich seit einigen Jahren einen kleinen Teich.
Nun zu den Fragen:
Glaubt ihr , dass mir die Channahaltung gelingen könnte weil so penibel sollen die ja im Bezug auf Wasserwerte nicht sein oder meint ihr man müsste für das Unterfangen mehr Erfahrung mit Aquarien haben?
So fern ihr dem obrigen zustimmt nun zum wichtigsten:
Ich hätte Platz für eine 112l Becken also 80x35x40 im Notfall vielleicht auch für 160l also 100x40x40, das müsste ich nich prüfen.
Nach meinem Wissensstand sollten sich Channa gachua oder Channa andrao eignen? Welche eigenen sich da für mich?
Wie aktiv ist eine Subtrope(andrao)in der Winterpause und wie lang ist diese? Reicht während der Winterpause die Fütterung alle 1.5 Wochen?
Wie genau sieht das mit den gachua aus wie unterscheiden die sich in Größe und Anforderungen?
Gibt es in der nähe des letzten Endes von NRW da Profis oder geeignete Zoohändler(Raum Bielefeld bis Hannover so die Ecke)?
Freu mich auf Antworten
Grüße
Grüße
Chris

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Heiko76
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Heiko76 » 12.10.2018 14:32

Hallo Chris

zum Einstieg empfehle ich dir auf jeden Fall erstmal genügend Recherche zu den von dir genannten Arten zu betreiben. Die Channahaltung ist grundsätzlich nicht schwer, wenn man Grundregeln einhält. Die jetzt hier alle aufzulisten, wär zu viel verlangt. Da gibt es ausreichend Informationen im Netz und auch in diesem Forum, die du dir selbst anlesen kannst. Da es häufig Erfahrungsberichte sind, finden sich gelegentlich etwas abweichende Aussagen, was nach meiner Meinung letztlich das breitere Haltungsspektrum und die Anpassungsfähigkeit von vielen Channaarten erklärt. Was nicht bedeutet, dass alles gesund für die Tiere ist! Spezielle Dinge kannst du ja dann gern nochmal nachfragen.
Deine Beckengröße eignet sich also durchaus für kleinbleibende Arten , die die 20 cm nicht überschreiten. Du hast das Wesentliche bereits angesprochen. Subtropische vs Tropische Arten. Subtropler wie andrao oder bleheri brauchen eine etwas kühlere Winterruhe. Daher ist der Standort deines Beckens entscheidend. Wohnzimmer sind dafür in der Regel zu warm. Ca. 18°C solltest du im Winter bieten können. In dieser Zeit, ca. 3 Monate wird überhaupt nicht gefüttert. Insbesondere bei Andrao ist diese Winterpause wichtig, der Gesundheit der Tiere zu Liebe.
Channa gachua ist erstmal ein Artenkomplex aus verschiedenen subtropischen und tropischen Arten.
Stark verallgemeinert, die oft auch als channa limbata bezeichneten, thailandischen Gachuaarten werden nach meiner Kenntnis zumeist deutlich größer auch über 20cm und halte ich daher für deine Beckengröße eher ungeeignet. Da sollten es schon 120x50 sein. Die subtropischen indischen Gachuaarten, z.B. aus Bengalen oder Assam bleiben zumeist kleiner und wären nach meiner Erfahrung auch in 160l möglich. Hier musst du aber ggf. auch eine Winterruhe einhalten.
Demnach, bei deinen Platzverhältnissen nicht irgendwelche Channa gachuas kaufen , sondern Tiere mit definierter Beschreibung zur Herkunft. Somit solltest du entsprechende Empfehlungen zur Haltung und Größe dieser Art auch im Netz finden können.
Nebenbei, es gibt auch noch andere kleinbleibende und sehr attraktive Channaarten , über die du im Netz stolpern wirst, z.B. sowas wie spec. "fire and ice" oder c.ornatipinnis. Hier empfehle ich für den Einstieg klar, Hände weg. Da brauch man doch mehr Erfahrung. Bitte nicht nur vom Aussehen dieser Tiere verleiten lassen.

Also für deinen Einstieg empfehle ich dir eine Junggruppe von 6 Tieren, z.B. channa andrao, bleheri, gachua spec. blue bengalen oder die hier vor kurzem angebotenen channa aff. gachua "Assam" ( glaub ich)
Channa orientalis als tropische Art wirst wohl derzeit aufm Markt nicht finden.
In Hinte ( Niedersachsen) gibt es jemanden der kleine channa spec. black queen verkauft. Soweit ich weiß auch kleinbleibend unter 20 cm und tropisch. Ein bekannter hat Jungtiere erworben, sehr schick. Wäre wahrscheinlich auch noch möglich. Musst ihn mal bei Kleinanzeigen anschreiben.
Und wenn möglich nimm das größere Becken.😉

Grüße Heiko ​
Zuletzt geändert von Heiko76 am 12.10.2018 18:31, insgesamt 1-mal geändert.

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rembrandt78
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von rembrandt78 » 12.10.2018 17:41

Hallo Chris,

soweit stimme ich Heiko zu und möchte hier einfach mal noch die Seite von Dominik Niemeier verlinken,
die mir damals sehr geholfen hat.
Zumindest solltest Du dort grundlegende Infos finden, aber wie Heiko schon schrieb,
jeder Channa ist anderes und jeder hat andere Erfahrungen.

https://niemeierdominik.jimdofree.com

Anbei verkauft Pascal Antler im Moment "spec. Black Queen", sollte es eine tropische Art werden.
Da bist Du dann auch an einer guten Adresse für Fragen zu den Tieren.

Grüße
:ymhug: Keep calm and do epic shit :ymhug:


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ChrisM
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von ChrisM » 16.10.2018 20:29

Hallo

Vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Antworten ;)
Während ich mich so mit der Materie beschäftige ist mir noch etwas eingefallen...
Irgendwie lese ich immer A. geht zu B. und kauft sich 6 channa, dann wertet er ab und es bildet sich hoffentlicch ein Paar.
Dieses Paar wird dann von den anderen getrennt und bekommt vermutlich selber Junge.
Wenn die 6 channa die selben Eltern haben und somit Brüder und Schwestern sind müsste es dann nicht mal zu Problemen kommen bezüglich Inzucht?
Oder haben diese Tiere mit sowas kein Problem?
Oder liegt der Fehler bei mir und A. kauft 3 channa bei B. und 3 channa bei C.?

Viele Grüße
Grüße
Chris

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Klaus de Leuw
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Klaus de Leuw » 16.10.2018 22:10

Hallo,
ChrisM hat geschrieben:
16.10.2018 20:29
Oder liegt der Fehler bei mir und A. kauft 3 channa bei B. und 3 channa bei C.?
Nein, der Fehler liegt nicht bei Dir, die meisten beginnen mit einer Gruppe von einem einzigen Züchter. Kauft man je drei Tiere von unterschiedlichen Züchtern, sollten sie von derselben Variante sein. Das ist bei Jungfischen durchaus nicht einfach zu erkennen. Zweitens könnte es dann immer noch sein, dass man Nichten und Neffen erwirbt, weil beide Züchter ihre Tiere von dem gleichen dritten Züchter erhalten haben. Drittens besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich dennoch Geschwister verpaaren, zumal es schwierig sein wird, gleich große Tiere von zwei Züchtern zu bekommen. Oft verpaaren sich aus der Gruppe zunächst das größte Männchen und das größte Weibchen, und genau die wären dann wahrscheinlich Geschwister. Der Kauf von Fischen aus einem Import ist auch keine Lösung, weil auch hier der Geschwisteranteil sehr hoch sein kann. Selbst beim Selbstfang stammen die Fische ja oft von einem einzigen Fundplatz und wurden wohlmöglich als Schwarm oder Jungfischgruppe erbeutet.
Man müsste also zur Inzuchtvermeidung von einem Züchter junge Männchen und von dem anderen junge Weibchen kaufen. Abgesehen von der Schwierigkeit der Unterscheidung der Geschlechter kann das bei vielen Arten klappen. Oder man kauft von derselben Fundortvariante von verschiedenen Haltern je ein Einzeltier und setzt diese als Gruppe zusammen. Ich habe auch schon mehrere Jahre alte Einzeltiere, deren Geschlecht ich sicher war, erfolgreich verpaart.

Gibt es Inzuchtprobleme? Könnte sein. Andererseits gehen alle Goldhamster in Gefangenschaft auf ein Geschwisterpaar zurück und viele Zuchtformen in der Aquaristik auf wenige Ausgangsfische. Aufgrund des ausgeprägten Geschwisterkannibalismus bei vielen Channarten dürfte das Inzuchtproblem dadurch kleiner sein, dass die schwächsten Fische nicht die Geschlechtsreife erreichen.

Gibt es ein Mittel gegen Inzucht? Ja, schau mal bei den Guppyhochzüchtern. Die vermehren ihre Stämme in mehreren Inzuchtlinien parallel und kreuzen die dann ab und zu untereinander. Und lasse keine Tiere zur Zucht zu, die irgendwelche Anzeichen von Inzuchtdegeneration zeigen.

Gruß, Klaus
Gruß, Klaus - nett kann ich auch, bringt aber nix B-)


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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von ChrisM » 17.10.2018 12:04

Hallo

Also lässt sich festhalten dadas man die Tiere ruhig von einer Person beziehen kann ohne sich Sorgen machen zu müssen?

Zur Größe der Tiere und so
Channa andrao ca 15cm, 112l Becken also 80x35, Winter bei 18° für 3 Monate
Channa gachua blaue bengalen ca 19cm, 160l Becken also 100x40, Winter bei 20° für 3 Monate
Channa Spec. Black Queen ca 15cm, 112l Becken also 80x35, Winter normal weiter bei 24°
Berichtigt mich wenn was falsch ist ;)
Das sind die 3 an die man ran kommen könnte hätte ich gesagt

Viele Grüße
Grüße
Chris

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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von rembrandt78 » 17.10.2018 13:33

Grundsätzlich gilt bei Channa immer Grundfläche vor Höhe.
Ich halte von den von Dir gewünschten Arten nur die Andrao und meine sind richtige fiese Kerle.
80x35er Becken halte ich für jede Channaart zu klein, grade für Anfänger. Gehen tut es wahrscheinlich auch.

Ich würde sagen,

Andrao: 100x50x40 Wasserstand ca. 25cm
Bengalen: 100x60x45 Wasserstand ca. 35cm
Black Queen: 100x50x40 Wasserstand ca. 25cm

Je größer desto besser.
Ich zb halte ein Bleheri Choco Paar in 120x50 und die beiden haben auch nur 13cm, das ist vielleicht schon übertrieben :)

Zur Winterruhe sollten 18° und keine Fütterung von 3 Monaten Dez-März bei den Andrao und Bengalen reichen.

Mfg
:ymhug: Keep calm and do epic shit :ymhug:

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Klaus de Leuw
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Klaus de Leuw » 17.10.2018 14:28

Hallo,
rembrandt78 hat geschrieben:
17.10.2018 13:33
Grundsätzlich gilt bei Channa immer Grundfläche vor Höhe.
...
Wasserstand ca. 25cm
Grundsätzlich gilt, dass die Wasserwerte umso stabiler sind, je größer das Volumen ist. Ein abgesenkter Wasserstand ist nur dann sinnvoll, wenn man beobachten möchte wie Fische Beute im Sprung erbeuten, was längst nicht alle Arten machen. Das geht aber besser, wenn man das Aquarium per Aufsatz zum Paludarium erweitert, zumal bei einem "normalen" Aquarium die Scheiben wegen der ausbruchsicheren Deckscheiben sowieso beschlagen.
Ich halte alle meine Channa ohne abgesenkten Wasserstand.

Die hohe Aggressivität von C. andrao kann ich bestätigen, deutlich aggressiver als die Varianten von C. gachua, bleheri und orientalis, die ich bisher hatte, vergleichbar eher mit C. pulchra. Dichte Pflanzenbestände und schwimmende Röhren halte ich daher für wichtig.

Gruß, Klaus
Gruß, Klaus - nett kann ich auch, bringt aber nix B-)

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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von rembrandt78 » 17.10.2018 15:52

Klaus de Leuw hat geschrieben:
17.10.2018 14:28
Grundsätzlich gilt, dass die Wasserwerte umso stabiler sind, je größer das Volumen ist. Ein abgesenkter Wasserstand ist nur dann sinnvoll, wenn man beobachten möchte wie Fische Beute im Sprung erbeuten, was längst nicht alle Arten machen. Das geht aber besser, wenn man das Aquarium per Aufsatz zum Paludarium erweitert, zumal bei einem "normalen" Aquarium die Scheiben wegen der ausbruchsicheren Deckscheiben sowieso beschlagen.
Ich halte alle meine Channa ohne abgesenkten Wasserstand.
Okay dann sollte ich da mal umdenken bzw. das überdenken und mal testen.
Darf ich fragen wie hoch deine Becken so sind ? @Klaus de Leuw
Klaus de Leuw hat geschrieben:
17.10.2018 14:28
Die hohe Aggressivität von C. andrao kann ich bestätigen, deutlich aggressiver als die Varianten von C. gachua, bleheri und orientalis, die ich bisher hatte, vergleichbar eher mit C. pulchra. Dichte Pflanzenbestände und schwimmende Röhren halte ich daher für wichtig.
Nur machen C. pulchra mehr Krach ;) , wobei es scheppert auch im Andraobecken manchmal ganz gut, meint man gar nicht bei der Größe.
Jep ich habe viele Verästelungen und Pflanzen im Becken und für jedes der 7 Tiere eine Korkröhre. Mal gucken, ob es nach der Paarfindung etwas ruhiger wird.
:ymhug: Keep calm and do epic shit :ymhug:

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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Klaus de Leuw » 17.10.2018 16:43

Hallo,
rembrandt78 hat geschrieben:
17.10.2018 15:52
Darf ich fragen wie hoch deine Becken so sind ? @Klaus de Leuw
Du darfst. :D

Gruß, Klaus

PS: Zwischen 30 und 50 cm.
Gruß, Klaus - nett kann ich auch, bringt aber nix B-)

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