Pflege von Mystus tengara

Pimelodidae, Bagridae, Siluridae, Clariidae u.a.
Antworten
Benutzeravatar

Thema Autor
Xeno
Senior Mitglied
Senior Mitglied
Beiträge: 177
Registriert: 05.08.2014 04:11
Aquarianer seit: 2003
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 16 Mal

Pflege von Mystus tengara

Beitrag von Xeno » 22.01.2017 16:37

Hey,
ich pflege seit ungefähr einem dreiviertel Jahr einen Mystus tengara, aus den "richtigen" Becken musste ich ihn entnehmen, da er permanent Flossen anfrisst.
Nun habe ich das Tier seit etwa vier Monaten auf 100x40 mit Hemichromis, drei weiblichen Cryptoheros und meinen Heteropneustes.
Jedoch ist das ja kein Dauerzustand, zudem würde ich alle Fische bis auf die Heteropneustes abgeben wollen, um das Becken zu erneuern.
Den Mystus bekomme ich jedoch nicht los!
Das Tier knabbert weiterhin fröhlich an den Flossen herum, eine vollkommene Einzelhaltung auf, was weiß ich 60cm, ist auch keine Lösung.
Ich hatte überlegt dem Tier Artgenossen zu holen, aber im worst-case ändert sich das Verhalten gegenüber artfremden Tieren nicht und dann sitze ich auf einer Horde von Flossenfressern.

Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und hat eventuell Lösungsansätze parat?
MfG,
David


Ina
Junior Mitglied
Junior Mitglied
Beiträge: 12
Registriert: 15.11.2014 20:52

Re: Pflege von Mystus tengara

Beitrag von Ina » 03.02.2017 11:27

Hallo Xeno,

wie du selbst bereits weißt, ist die momentane Haltung nicht optimal.

Werden die artgemäßen Ansprüche eines Tieres nicht vollständig erfüllt, kann dies bekanntermaßen zu Verhaltensauffälligkeiten - wie gesteigertem agonistischem Verhalten – führen. Gründe dafür können unter anderem das Fehlen von Artgenossen und somit der Möglichkeit Sozialverhalten auszuleben, fehlende Umweltreize, Langeweile, unpassendes Futter oder schlichtweg ein zu kleines und/oder unpassend eingerichtetes Becken sein. Es fehlen einige Informationen wie Beckeneinrichtung, Strömung und Fütterung, aber in diesem Fall würde ich einen Hauptgrund in der Einzelhaltung und in dem eher kleinen Aquarium sehen.

Das Gute ist, dass mit einer Verbesserung der Bedingungen langfristig viele Verhaltensstörungen verschwinden oder zumindest stark abgemildert werden. Eine Garantie dafür kann dir aber selbstverständlich niemand geben.
Dein Fisch hat das Flossenzupfen als Möglichkeit entdeckt sich abzureagieren. Übergangsweise (d.h. bis eine endgültige Lösung gefunden wurde) könntest du versuchen ihm eine Ersatzbeschäftigung hierfür zu geben – z.B. größere Gemüsestücke (hier muss man ausprobieren, was er attraktiv findet), gröberes Frostfutter wie ganze Muscheln/Garnelen oder Nori- und Wakamealgen im Aquarium befestigen oder auch Frostfutter wie Mückenlarven, Mysis und Artemia in einem mit Löchern versehenen Behälter (z.B. eine Plastikkugel aus einem Überraschungsei) anbieten.

Nichts davon ersetzt allerdings die Gruppenhaltung in einem angemessen großen und artgemäß eingerichteten Becken. Und das ist für diese Art – ob bei dir oder einem anderen Halter - in jedem Fall anzustreben.
Viele Grüße
Ina


Martin
Senior Mitglied
Senior Mitglied
Beiträge: 423
Registriert: 21.06.2005 20:18

Re: Pflege von Mystus tengara

Beitrag von Martin » 04.02.2017 00:35

Bist du sicher dass es M. tengara und nicht M. vittatus ist?
Gruß Martin!

Benutzeravatar

Thema Autor
Xeno
Senior Mitglied
Senior Mitglied
Beiträge: 177
Registriert: 05.08.2014 04:11
Aquarianer seit: 2003
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 16 Mal

Re: Pflege von Mystus tengara

Beitrag von Xeno » 04.02.2017 01:16

Hey Ina,
größere Becken sind ja da, aber er hat unter Anderem meinen Mastacembelus dayi angefressen, weshalb ich ihn auch nicht auf 200x55 oder 150x50 setzen kann.
Auch in die kleineren Becken geht's nicht, da es primär Aufzucht oder dann noch die 300er Skalarbecken sind.
Jetzt gerade hab ich ihn doch in 55x55 Einzelhaft, da er anfing die Heteropneustes bis auf's Fleisch anzufressen.

Im abgebildeten Becken hatte ich ihn.
Nach seinem Auszug wurden Rocio octofasciata und Metynnis altidorsalis zur Aufzucht eingesetzt.
Bild

Über die Haltung habe ich nicht viel finden können.
Über ein solches Verhalten schon nicht einmal einen Ansatz, da sie generell als friedlich und scheu bezeichnet werden.
Friedlich ist er, abgesehen vom anfressen, scheu jedoch nicht!
Das Tier schwimmt permanent im Becken umher.
Die Strömung ist an der Oberfläche recht stark, der Filter ist selbstgebaut und funktioniert wie ein HMF.
Als Futter gibt es pflanzliche Pellets, Stint, Diskuspellets und diverses Frostfutter von Mückenlarven bis Muscheln.
Zu klein ist das Becken mit 100x40 für das junge Einzeltier sicher nicht, für eine Gruppe könnte es zu klein sein, wenn ein innerartliches Territorialverhalten vorhanden ist.

Martin, nein da bin ich mir nicht sicher!

MfG,
David
MfG,
David


Ina
Junior Mitglied
Junior Mitglied
Beiträge: 12
Registriert: 15.11.2014 20:52

Re: Pflege von Mystus tengara

Beitrag von Ina » 04.02.2017 08:28

Das Becken an sich ist für Mystus tengara sicher nicht verkehrt, es könnte etwas strukturierter sein. Für andere Arten ist es auf Dauer zu klein, ebenso wie die derzeitige Notunterkunft. Daher sollten wir in jedem Fall schauen, an welche Art du tatsächlich geraten bist.
Der Hinweis auf die gesteigerte Aggressivität bei Einzelhaltung gilt aber dennoch, erst recht für M. vittatus. Wenn denen fad ist, zeigen sie das auf für den Aquarienbesitzer meist unerfreuliche Art.
Einen guten Platz für solch ein Tier zu finden, geht natürlich nicht von heute auf morgen. Ich würde aber trotzdem am Ball bleiben, wenn du dem Fisch keine Gruppenhaltung in einem großen Becken gönnen kannst. Wenn er "nur" an bodenlebende Fische geht und freischwimmende Fische weitgehend in Ruhe lässt wäre ein großes Becken mit nicht zu rabiaten Cichliden (und einer Gruppe von Artgenossen) vielleicht eine Option.
Viele Grüße
Ina

Benutzeravatar

Thema Autor
Xeno
Senior Mitglied
Senior Mitglied
Beiträge: 177
Registriert: 05.08.2014 04:11
Aquarianer seit: 2003
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 16 Mal

Re: Pflege von Mystus tengara

Beitrag von Xeno » 04.02.2017 15:00

Hey,
sicher ist es für den Rest auf Dauer zu klein, wird ja auch nur als Aufzuchtbecken genutzt!
Metynnis und Co. würden gerade nur als Futter enden, weshalb ich sie bis zu einer gewissen Größe in einem bewusst kleiner gewählten Becken pflege.
Die Heteropneustes sind hier wahrscheinlich Dauergäste, sie neigen dazu größere Fische im Schlaf anzufressen, sicher nicht bewusst, jedoch ändert es nichts an der Tatsache, dass so schon ordentliche Verletzungen zustande kommen.
Die "Würstchen" halte ich aber auch jetzt schon recht lange, der Platzbedarf ist sehr gering, nur zur Fütterung lassen sie sich blicken.

Ich könnte dem Mystus natürlich Artgenossen ordern, jedoch ist es mir zu riskant, da kein Besatz der größeren Becken Flossenbeißer gebrauchen kann.
In allen Becken ab 300Litern (120cm) pflege ich Pterophyllum, im 450er zudem noch einen Synodontis angelicus, der sich gegen bodenorientierte Arte durchzusetzen weiß, weshalb er die ganzen Strukturen für sich hat.
Auf dem dann jetzt kommenden 200cm Becken mit Mastacembelus, Polyterus und Co. würde er auf Dauer als Futter enden.
Seit einigen Monaten ist eine Kleinanzeige online, jedoch gab es bisher leider keinen einzigen Interessenten.
Glücklicherweise mache ich stets Fotos wenn ich Tiere umsetze, um die Größe und den Zustand zu dokumentieren, so auch beim kleinen Problemkind:
Bild

MfG,
David
MfG,
David

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste