Paratilapia polleni vergesellschaften

Cichliden und verschiedene Barschartige ...
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Ina
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Paratilapia polleni vergesellschaften

Beitrag von Ina » 07.01.2017 09:33

Hallo zusammen,

mir wurde ein einzelner Paratilapia polleni aus einer Beckenauflösung angeboten. Das Tier ist noch recht jung (unter 20 cm lang) und vermutlich ein Männchen. Ich habe schon einige Cichliden gehalten, konnte aber mit dieser Art noch keine eigenen Erfahrungen sammeln.
Da ich kein Interesse an einer dauergestressten Fischgesellschaft habe, würde mich interessieren, ob hier jemand Erfahrungen in der gemeinsamen Haltung von Paratilapia polleni mit Polypterus ssp., Ctenopoma acutirostre und Synodontis ssp. hat. Bei welcher Beckengröße hat es (nicht) funktioniert und habt ihr Unterschiede bei der Einzel- oder Paarhaltung festgestellt?
Über Erfahrungsberichte (auch negative) würde ich mich freuen. : )
Viele Grüße
Ina

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hanswerner
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Re: Paratilapia polleni vergesellschaften

Beitrag von hanswerner » 07.01.2017 15:18

Hallo,

Paratilapia polleni ist nicht ohne, gibt ruhige Vertreter und Stinker die erst mal zurechtgewiesen werden müssen.
Mit Polypterus habe ich keine Erfahrung, Ctenopoma Buschfische sind eher nicht besonders Durchsetzungsstark.
Paratilapia polleni in Paarhaltung ist auch oft nicht einfach, da das Männchen außerhalb der Paarungszeit oft
das deutlich kleinere Weibchen in den Fischhimmel befördert, Abhilfe schaft da nur Höllen oder ähnliches wo
das Männchen nicht eindringen kann.
Wie gesagt kannst Glück oder auch Pech haben.
Gruß
Skubi

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GUNA
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Re: Paratilapia polleni vergesellschaften

Beitrag von GUNA » 08.01.2017 01:20

Hallo Ina,

In diesem Fall kann ich meinen Senf dazu geben.

Backround:

Beckenauflösung. 2007

2 p polleni kleingefleckt ein Mann eine Frau.
3. Yellows
2 x leporinus affinis
2 x Thorichtys meeki jeweils männlich
Becken klassisches 150 cm Standart


Alle Tiere gut und wohlauf.
Beckeneinrichtung Sand und Plastik neon Korallen totenkopf etc.
weder Wurzel noch Stein
Eheim kraftpacket innenfilter
Heizstab
Fertig.

Die mbunas wurden an Freunde weitergegeben.
Der Rest der Gruppe wurden in 700 Liter gegeben.
Gesellschaft.
Polypterus delhezi und lapradei.
Ctenopoma kingsley.
Synodontis nigrita gold und nominatform.
C.apus
Sechs Myleus Luna

Fertig.

Ging alles recht gut die ersten Tage.
Wie es den Anschein hatte waren die pollenis zwar Mann und Frau aber kein Paar.
Nun waren sie auch in einem strucktuierten Becken aus Wurzeln und Ziegel röhren.
Die sechs neuen beschäftigten sich unter sich nach vertrautem Verhaltensmuster.
Leporinus nehmen ja eine Androhung durch flossenspreitzen seitens der barsche gerne mal als Freund um ordentlich die sau an selbigem rauszulassen was leporinus zu den heimlichen Herrschern im Becken machte.

Ein Bekannter dürfte sich an den t. meeki zuhause erfreuen.
Sie waren einfachste fangen. Und mein Bekannter war auch zufrieden.
Am selben Abend rauchte es gewaltig zwischen den leporinus und den paratilapia.

Auch unter den pollenis ging es heiß her.
Das Männchen wurde aggressivst vom Weibchen angebalzt.
Er wusste nicht wie er seine Emotionen dem Weibchen gegenüber kanalisieren sollte und alles sich bewegende in seiner Umgebung wurde attackiert. Sogar sich in der Filterströmung bewegende Seemandelbaumblaetter.
Nach einigen Tagen Schwamm der Mann Kiel oben.
Fürchterliche zerschlissen, so dass ich nach wie vor die beiden leporinus in Verdacht habe.
Als sich dann bewahrheitet hatte dass meine leporinus an die Rückenflossen der ruhenden lapradei gingen war es mit meiner Gastfreundschaft doch eher bescheiden.
Am Ende Schwamm nur noch die paratilapiadame mit besagter ursprungsgesellschaft.
Den leporinus geht es heute immer noch deutlich besser.
Irre wie alt die werden
Bis auf gelegentliche Attacken gegen die kingsley war Madame polleni ein herrliche Diamant in diesem Becken.

Die monate vergingen und ein halbwüchsiger Oskar hatte bei der letzten Börse keine bleibe gefunden.
Er durfte bei mir einziehen doch nur vorübergehend.
Und damit nahm das Schicksal seinen Lauf.
In ihrer verzweifelten Einsamkeit umwarb Madame polleni Herrn oskar.
Der war auch nicht ganz abgeneigt auch wenn seine Zuwendung hinsichtlich nicht sexueller Natur war sondern eher die Neugierde und auch die Einsamkeit.
Lieben es doch halbwüchsige Oskars es sich in ihresgleichen kleine Kommentkaempfe und auch das schmusen zu erproben.
Keine Ahnung ob dieser Astronotus maennlich oder weiblich war.
Er genoss die perciforme Zuwendung.

Doch der madagaskarbuntbarsch tickte jetzt aus.
Die Aalwelse waren die ersten Verwundeten dicht gefolgt von zerschundenen synodontis nigrita.
Die goldformen bekamen komischerweise nichts ab.
Die flossen der lapradei wurden genauso wie die der kingsley angefetzt.
Hektik und Unruhe breitete sich aus.

Der astronotus durfte in mein Ornatipinnis aquarium umziehen genauso wie die scheibensalmler.
Polleni war noch leicht erregt doch ein paar Tage später wurde sie ruhiger.

Nun fehlten ja die Scheibensalmler und ich beschloss ein duo leopardbuschfische einzusetzen.

Ca. 10 cm große tiere.
Nach ein paar Stunden schwammen sie dann doch in einem dritten Becken in dem schon eine kleine Gruppe acutirostre lebte und immer noch leben.

Gleiches passierte bei einem Quartett c. occelatum.

Rund um.
Schlangenköpfe und hochrückige buschfische sind gezielte Opfer der Aggressionen.

Bei Welsen weis die polleni ähnlich zu mittelamerikanischen buntbarschen wo sie zubeißen soll dass es schmerzt.
Zwei Aalwelse hat sie def. auf ihrer Schippe.

Und da viele Monate nach dem oskarteenie hemichromis spec. Ins Becken kamen möchte ich folgendes behaupten.
Ist ein einzelexemplar von Fischen umgeben die in keinsterweise an einen buntbarsch erinnern hat man einen friedlichen polleni.
Sofern es in die Labyrinther Richtung läuft geht's schon mal los.
Und ab barschform und Verhalten in ihrer Gesellschaft ticken die Tiere vollkommen aus sch****egal was ihnen vors Maul schwimmt.
Sie sind dann sehr streitlustig und ein echter Störfaktor.
Das Tier bestritt letztendlich ihren Lebensabend in 800 Litern vergesellschaftet mit besagten fiederbartwelsen polypterus lapradei , äff. lapradei , delhezi, endlicheri, und weeksi. Sowie ctenopoma kingsley und Pellegrini.

Nach einem Wochenendausflug im Jahre 2011 entdeckte ich eines montags nur noch den ausgehobelten Korpus meiner pollenidame.

War lernenswerte Zeit da es sich ja nun immerhin um eine Madagassin handelte. Und diese Gruppe der buntbarsche sind auch kein Alltag. Eine tolle Erfahrung ein toller Fisch den ich nie wieder haben möchte so lange mein Schwerpunkt doch auf floesselhechte und Co. liegt, aber unter bestimmten Aspekten der vergesellschaftung gerade in so einem Becken wie ein schwarzer Rubin auf Wüstensand wirkt.

Mit freundlichen Grüßen
That until there are no longer first-class and second class citizens of any nation
That until the color of a man's skin is of no more significance than the color of his eyes

46664 R.I.P. 05.12.2013


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Ina
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Re: Paratilapia polleni vergesellschaften

Beitrag von Ina » 08.01.2017 11:07

Vielen Dank für die Antworten. Vor allem für den hilfreichen und ehrlichen Erfahrungsbericht, Guna. Das bestätigt in etwa meine Einschätzung dieser Art. Die Fische sind nunmal Persönlichkeiten, die ihre Bedürfnisse deutlich zum Ausdruck bringen, wenn man sie lässt. Ein Nachsetzen (weniger) Tiere ist natürlich immer schwierig.
Und ja, Leporinus sind Stinker, wenn sie nicht in einer großen Gruppe gehalten werden. : ) Gemäß ihrer natürlichen Ernährung zupfen sie auch gerne, wofür man ihnen beispielsweise Algen, Seetang und ähnliches aus dem Asialaden anbieten kann. Unter allen Buschfischen sind Ctenopoma kingsleyae vermutlich noch am durchsetzungsfähigsten, wobei deren Aktivität vielleicht gerade provokant auf die Cichliden gewirkt hat.

Ein seltenes Androhen oder Wegschubsen im Sinne von "Lass mich in Ruhe!" oder "Geh weg da!" ist bei solchen Charakterfischen normal und meiner Ansicht nach überhaupt nicht schlimm, sofern es in Maßen bleibt. Was ich aber vermeiden will ist, dass andere Fische durch Rüpeleien latent gestresst sind.
In den USA scheint P. polleni häufiger gehalten zu werden, wobei ich noch keine Positivbeispiele für gelungene Vergesellschaftungen finden konnte. Zumeist schwimmt die Art in falsch oder zumindest überbesetzten Becken, in der kein Tier gezielte Aggressionen ausleben kann, weil alle permanent gestresst sind.
Da ich nichs von Fischsuppen oder dauerhafter Einzelhaltung halte, erscheint ein ausreichend großes Artbecken empfehlenswert. Spätestens dann wenn ein Partner gefunden wurde, was ich generell für alle meine Tiere anstrebe.
Viele Grüße
Ina

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